09.02.2012

Unsere 50er Jahre
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Dorothea und Willi Steinkirchner 1950 (Bild: HR/zero film/Privatfoto)

Dorothea und Willi Steinkirchner 1950. Ausflüge und erste Urlaubsreisen kommen in Mode.

Dorothea und Willi Steinkirchner 1950 (Bild: HR/zero film/Privatfoto)
 

 

 

 

 

Dorothea Steinkirchner packt beim Hausbau kräftig mit an (Bild: HR/zero film/Privatfoto)

Der Traum vom eigenen Haus wird wahr: Dorothea Steinkirchner packt beim Hausbau kräftig mit an.

Dorothea Steinkirchner packt beim Hausbau kräftig mit an (Bild: HR/zero film/Privatfoto)
 

 

 

 

 

Hintergrund

Wirtschaftswunder und Fünfjahresplan, Bill Haley und der Lipsischritt, rebellierende Halbstarke und die FDJ: das sind die abrufbaren Bilder im Kopf, wenn wir an die 50er Jahre im Westen und im Osten Deutschlands denken. 

Und mitten in dieser Zeit des Neuanfangs, des Auf- und Umbruchs haben sich dramatische und anrührende
Schicksale abgespielt. Sehr persönliche Biographien stehen im Mittelpunkt der neuen Dokumentar-Serie. 

Über sechs Folgen hinweg werden Familienschicksale erzählt, in denen sich das Lebensgefühl der Gründungs- jahre beider deutscher Staaten spiegelt. 

Die Protagonisten der Reihe sind Privatpersonen, die mit ihrer persönlichen Geschichte die Veränderungen in zehn dramatischen Jahren erzählen. Die Hauptfiguren Rose Brock, Peter Süss, Dirk Kuhl, Gisela Heller, Dorothea Steinkirchner, das Ehepaar Oppermann und Jakob Horowitz führen den Zuschauer durch das – ihr – Jahrzehnt.

"Unsere 50er Jahre – Wie wir wurden, was wir sind" ist ein filmischer Rückblick auf eine Zeit, die viele Zuschauer noch persönlich erlebt haben oder durch die sie entscheidend geprägt wurden. Die Serie beschreitet filmisches Neuland, denn erstmals wird Zeitgeschichte
konsequent als dokumentarische Familien- und Alltagsgeschichte erzählt.

"Unsere 50er Jahre –Wie wir wurden, was wir sind" ist eine dokumentarische Erzählung, so spannend wie informativ, so unterhaltsam wie berührend – ein eindringliches, persönliches, emotional dichtes und politisch aufschlussreiches deutsches Sittengemälde.


Hartmann von der Tann, ARD-Chefredakteur,
erinnert sich und gibt einen Ausblick auf die Doku-Reihe:


Als sie begannen – die fünfziger Jahre – war ich sieben, als sie endeten also siebzehn. Da kann man sich gut erinnern und erstaunlich viele der Eindrücke sind positiv, bleiben es auch, wenn man den bekannten Betrug des Gedächtnisses abzieht, das lange Zurückliegendes immer positiver darstellt als es wirklich war. 

Der beherrschende Eindruck: dass es nur mehr aufwärts gehen könnte, dass alles besser werden müsste, dass man nur anpacken sollte, dass es nur auf Einsatz und Tüchtigkeit ankäme. Der Krieg und das angeblich "tausendjährige Reich", das ihn auslöste, war eben fünf
Jahre vorbei und die graue Nachkriegswelt bekam langsam wieder Farbe.

Der Krieg war fünf Jahre vorbei. Aber keiner wollte darüber sprechen, und über seine Ursachen erst recht nicht. Das war der Fluch der fünfziger Jahre. Die berühmten deutschen (Sekundär- ?)Tugenden boomten, aber kaum einer wagte es, die wichtigen Fragen zu stellen. Zum Beispiel die, wo denn die Täter geblieben waren? Nach dem hemmungslosen, kollektiven politischen Rausch der Nazizeit Rückzug in eine kleine, erinnerungslose, bürgerliche Welt. Es war eng und es
fehlte an frischer Luft zum Atmen. Aber es gab Südfrüchte und man fing an, nach Italien zu reisen.

Diese Welt will unsere sechsteilige Dokumentarserie über die fünfziger Jahre, übrigens eine Gemeinschafts-
produktion von HR, BR, MDR, SR, SWR, RBB und WDR, darstellen. Sie tut es in einer ungewöhnlichen Form. Es sind eben nicht irgendwelche Politiker oder Historiker, die uns sagen, wie es ihrer Ansicht nach w i r k l i c h war. 

Es sind vielmehr die Akteure, Herr und Frau Mustermann, wenn es die damals schon gegeben hätte. "Kleine Leute" zumeist, die große Geschichte auf ihre Art erlebt haben. Erstmals wird Zeitgeschichte konsequent als Familien- und Alltagsgeschichte erzählt. Ich bin stolz auf diese gemeinschaftliche Anstrengung.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW