Archiv: "Jambo Kenia" - Alltag in Afrika
Sendewoche vom 14.09.2009 bis 18.09.2009
Die Handwerker auf der Ngong Road
Montag, 14. September 2009
Video 1: Sorgen und Träume einer Unternehmerin
(Länge: 6:31 min.)
Video 2: Korruption in Nairobi
(Länge: 7:08 min.)
Entlang der Straße erstreckt sich das Handwerkerviertel der Hauptstadt. Hier gibt es vor allem Holz- und Metallwerkstätten, in denen Möbel und viele andere Dinge für den täglichen Gebrauch gefertigt werden.
Das geschieht oft mit Hilfe von Katalogen. Nicht selten stammen diese von Versandhäusern aus dem Ausland. Darin kann man sich Schränke, Tische, Betten ansehen, die dann von den Handwerkern wie abgebildet oder ähnlich nachgebaut werden.
Liz Wayaki hat vor sieben Wochen eine Werkstatt hier eröffnet. Sie und ihr Mann gehören zum kenianischen Mittelstand: Gemeinsam mit ihrer zweijährigen Tochter leben sie in einer 35 Quadratmeter großen Wohnung. Wenn es mit dem Handwerksbetrieb gut läuft, dann hoffen sie, dass sie sich in einigen Jahren vielleicht ein Haus kaufen können. Damit würde einer ihrer großen Träume in Erfüllung gehen.
Eine Werkstatt hier zu führen, das ist nicht einfach. So muss man sich beispielsweise darauf einstellen, dass es nur jeden zweiten Tag Strom gibt und alle Arbeiten dementsprechend planen.
Einige Schritte von der Straße entfernt liegen schmale Korridore mit kleinen Hütten. Viele der Tagelöhner, die in den größeren Werkstätten vorne an der Straße arbeiten, wohnen hier. Ebenso gibt es hier auch viele Kleinwerkstätten.
Wer hier wohnt oder arbeitet, muss dafür nicht nur Miete bezahlen, sondern auch Bestechungsgelder an Bedienstete der Stadt. Ein- bis zweimal pro Woche kommen sie in das Viertel. Falls man dies unterlässt, droht den zumeist nicht genehmigten Kleinstbetrieben die Schließung.
Ein unhaltbarer Zustand sei das, meint Gladwell Otieno. Sie hat in Deutschland studiert und war Leiterin der Antikorruptions-Organisation Transparency International Kenia. In Sachen Bestechlichkeit drohten in Kenia keine ernstzunehmenden Strafen, erklärt sie. Daher gebe es von Ministern über Abgeordnete bis hin zu den Bediensteten der Kommunen so viel Korruption. Nur wenn der Präsident selbst damit anfange, effektiv dagegen vorzugehen, gebe es die Chance, dass sich an dieser Situation etwas verändert.







