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16.05.2012

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ARD-Morgenmagazin
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Archiv: Papier ist geduldig

Sendewoche vom 01.03.2010 bis 05.03.2010

Weiches für die Haut

Ob Taschentücher, Toilettenpapier oder Küchenrollen – auch in dieser Form gehen wir in unserem Alltag ständig mit Papier um. Weich, hautfreundlich und anschmiegsam muss es sein. Doch das war nicht immer so: Noch vor wenigen Jahrzehnten war hartes Krepp-Toilettenpapier üblich. Heute ist es völlig vom mehrlagigen Tissue-Papier verdrängt.

In Spezialfabriken wird es hergestellt. Der Rohstoff dafür ist einerseits Altpapier – und zwar solches, das mit möglichst wenig Farbe bedruckt ist – und andererseits Zellstoff aus Nadel- und Laubbäumen: Jener von Kiefern, Fichten oder anderen Nadelbäumen hat lange Fasern und sorgt für die Festigkeit, jener von Laubbäumen wie Eukalyptus hingegen besitzt kurze Fasern und macht das Papier weich.

Andreas Meyer ist Werksleiter der Papierfabrik im sauerländischen Marsberg-Giershagen. Er kennt genau die Rezeptur, nach der das Tissue-Papier seiner Fabrik aus diesen Ausgangsmaterialien hergestellt wird. Die Zellstoffe aus Nadelholz beziehe man hauptsächlich aus Skandinavien, jene aus Laubholz vor allem aus Spanien.

Das Mischungsverhältnis sei bei WC-Papier in Europa und Amerika sehr unterschiedlich. Europäer verwenden es gefaltet, dafür muss es mittels langer Fasern reißfest sein, Amerikaner bevorzugen es geknüllt, dazu sollte es durch einen hohen Anteil kurzer Fasern vor allem weich sein.

Aber auch innerhalb Europas gibt es Unterschiede: Der Deutsche mag es weiß und dreilagig, in Frankreich darf es farbig sein, für Spanier und Portugiesen muss es besonders weich sein, dreilagiges deutsches Papier sei da völlig inakzeptabel, erklärt Werksleiter Andreas Meyer.

Die zu einem Brei zusammengemischten Zutaten werden auf Filzen durch eine haushohe Papiermaschine transportiert. Mit Temperaturen um 490 Grad Celsius und Geschwindigkeiten über 100 Stundenkilometern rast der Faserbrei durch die Maschine. Er wird dabei erst entwässert, dann getrocknet und schließlich zu großen Rollen aufgewickelt. 50 bis 55 Kilometer einlagiges Papier liegen auf einer Rolle. Gewicht: rund 2,5 Tonnen.

Jede halbe Stunde verlässt so ein Koloss die Maschine. In späteren Schritten wird daraus dann mehrlagiges Papier hergestellt. Eine Mega-Rolle reicht so für 20.000 gewöhnliche WC-Papierrollen aus dreilagigem Papier. Insgesamt reicht die Tagesproduktion des Werks aus, um einmal am Äquator entlang den Erdball mit Toilettenpapier zu umwickeln – in der Tat eine astronomische Menge.




(Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Reporter Ingo Lamberty besucht eine Papierfabrik im sauerländischen Marsberg,... ]
(Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: ... in der täglich zwei Millionen Rollen WC-Papier hergestellt werden. ]
Faserbrei (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Bei WC-Papier müssen je nach Abnehmerland die Zutaten verschieden gemischt werden,... ]
Andreas Meyer (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: ... erklärt Werksleiter Andreas Meyer. ]
Papiermaschine (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Die Papiermaschine produziert jede halbe Stunde... ]
Papierrolle (Rechte: WDR)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: ... eine 2,5 Tonnen schwere Rolle mit über 50 Kilometern Papier. ]

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