Archiv: Papier ist geduldig
Sendewoche vom 01.03.2010 bis 05.03.2010
Wie wird Papier gemacht?
Montag, 01. März 2010
Video 1: Von Sieben und Wasserzeichen
(Länge: 5:47 min.)
Video 2: Papier von damals und Papier für die Zukunft
(Länge: 5:32 min.)
Das Papier wird hier zwar nicht mehr von Hand aus einem Bottich geschöpft, doch es hat eine ähnlich hohe Qualität. In einem großen Behälter befinden sich in Wasser aufgelöste Baumwoll- und Zellstofffasern. In diesen Faserbrei taucht ein walzenförmiges Sieb, der sogenannte Rundsiebzylinder, ein.
Weil die Flüssigkeit zur Walzenmitte hin ablaufen kann, bildet sich eine Schicht um diesen Zylinder herum. Diese wird danach vom Sieb abgenommen und läuft über Rollen zu drei hintereinander liegenden Pressen. Durch den Druck der Pressen entweicht nach und nach immer mehr Flüssigkeit. Danach sei das Papier schon zu 50 Prozent trocken, erklärt Betriebsleiter Günther Gentgen.
Im nächsten Arbeitsgang werden die Papierbahnen mit einer Maschine in einzelne Bogen gerissen, bevor diese dann im nachfolgenden Prozess weiter getrocknet werden. Auf diese Weise hat jedes Blatt ringsherum den typisch faserigen Büttenrand.
Erstaunt stellt Reporter Ingo Lamberty fest, dass das Papier nach der Trocknung wieder feucht gemacht wird. Dies sei nötig, damit das fertige Papier schön glatt werde, erklärt Günther Gentgen, das müsse man sich ähnlich vorstellen wie bei einem Dampfbügeleisen. Nach einer weiteren Trocknungsstufe nimmt dann ein Mitarbeiter die fertigen Bogen genau in Augenschein. Was nicht 100prozentig in Ordnung ist, wird aussortiert und wiederverwertet.
Auf jedem Bogen kann man nun beim Blick gegen das Licht ein Wasserzeichen deutlich erkennen. Es ist der Abdruck von erhabenen Stellen auf den Rundsiebzylinder. Das Papier ist an diesen Stellen dünner und das Wasserzeichen erscheint beim Blick gegen das Licht somit heller.
In Zerkall ist man stolz, dass sich die eigenen Wasserzeichen auf berühmten Dokumenten wie dem deutschen Einigungsvertrag, aber auch auf Arbeiten berühmter Künstler wie Max Ernst und Markus Lüpertz finden. Und damit dürften sie sehr dauerhaft sein. Alfred Renker, der Seniorchef des Werks, geht davon aus, dass seine Büttenpapiere mindestens 500 Jahre halten.






