Archiv: "Jambo Kenia" - Alltag in Afrika
Sendewoche vom
14.09.2009 bis 18.09.2009
Eine Reportagereise mit Peter Schreiber
Montag, 14.09.2009
Die Handwerker auf der Ngong Road
Entlang einer Hauptausfallstraße erstreckt sich das Handwerkerviertel von Nairobi. Hier gibt es zahlreiche Holz- und Metallwerkstätten, in denen Dinge für den täglichen Gebrauch gefertigt werden.
Zwei junge Frauen zeigen uns, wie sie hier leben und arbeiten. Außerdem werden wir mit einer Vertreterin von Transparency International darüber sprechen, welchen Stellenwert die Korruption im Alltag hat und welche Strategien es gibt, um dagegen vorzugehen.
Dienstag, 15.09.2009
In einer Manyatta der Massai
Rund 150 Kilometer südöstlich von Nairobi besuchen wir ein kleines Dorf der Massai. Es liegt mitten in der Savanne, fernab der großen Straßen. Der Kontakt zur Außenwelt ist von hier aus nur per Satellitentelefon möglich. In dieser abgelegenen Gegend ist das Leben derzeit besonders geprägt und zugleich bedroht von einer seit langem anhaltenden Dürre.
Im Dorf lernen wir zwei Brüder kennen. Einer von ihnen lebt hier auf ganz traditionelle Weise – mit seinen zwei Frauen, vier Kindern und einer mittelgroßen Herde. Der andere kommt nur noch hin und wieder zu Besuch hierher – er lebt inzwischen in der Stadt, wo er ohne sein Handy und das Internet nicht mehr zurechtkommen würde.
Mittwoch, , 16.09.2009
Lamu – Die Insel der Seefahrer
Vor der kenianischen Küste liegt die flache Sandinsel Lamu im indischen Ozean. Jahrhunderte lang gehörte sie zum Sultanat von Oman und bezog noch bis 1907 ihre Einkünfte vor allem aus dem Sklavenhandel.
Bis heute ist die Insel eine Welt für sich: Noch immer sind die meisten Bewohner Muslime. Sie leben vom Fischfang, Obst- und Gemüseanbau und vom Tourismus. Rund 2.200 Esel als Zug- und Tragetiere dienen den Bewohnern als Transportmittel. Daneben gibt es gerade einmal zwei Autos: Eines für den Gouverneur und einen Krankenwagen.
Auch wenn es hier noch nicht einmal einen Flughafen gibt: Beim internationalen Jetset ist die Insel sehr beliebt: Popstars wie Mick Jagger oder David Bowie haben hier schon ausgiebig gefeiert und auch der deutsche Prinz Ernst August machte auf Lamu seine ganz eigenen Erfahrungen...
Donnerstag, 17.09.2009
Mathare – Mittendrin im Elendsquartier
Fünf Kilometer nordöstlich von Nairobis Stadtzentrum liegt ein gigantisches Slumgebiet. Rund 700.000 Menschen leben hier auf engstem Raum: in Wellblechhütten, ohne fließendes Wasser und Toiletten. Der 25jährige Julius ist hier aufgewachsen und führt uns durch die Slums von Mathare. Er kennt sehr viele der Bewohner und sie kennen ihn. Denn er ist Fotograf und Initiator von "Slum-TV", einer Videogruppe, die mit der Kamera festhält, was Menschen außerhalb des Slums normalerweise nicht zu sehen bekommen.
Mitten im Slum von Mathare gibt es auch ein deutsches Projekt: Die Organisation "Ärzte für die Dritte Welt" betreibt dort seit Jahren eine Krankenstation. Sechs Ärzte aus Deutschland arbeiten in der "Baraka" für jeweils sechs Wochen unentgeltlich. Zusammen mit mehr als 60 einheimischen Mitarbeitern behandeln sie dort täglich Hunderte von Kranken, die hier Hilfe suchen, und betreuen HIV-infizierte Kinder in einer Kinderstation der "Baraka".
Freitag, 18.09.2009
Die Teeplantage
Über die Hälfte der Kenianer verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft. Doch wegen geringer Niederschläge, mangelnder Bewässerungsanlagen und karger Böden können nur rund 20 Prozent des Landes dafür genutzt werden.
Tee zählt zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Exporterzeugnissen. Wie die Arbeit auf einer Teeplantage aussieht, das zeigt Peter Schreiber am fünften und letzten Tag seiner Reportagewoche.
Reporter: Peter Schreiber
Redaktion: Hermann Baum
Autor/Realisation: Herbert Elias
Kamera: Günter Schüller, Frank Schulte
SNG-Team: Mario Engels, Jan Aulenkamp, Christian Vith







