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Rückschau: Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)

Sendeanstalt und Sendedatum: RBB, Sonntag, 11. Dezember 2011

Übergewichtige Kinder beim Sport (Quelle: dpa) Bildunterschrift: ]
Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, kurz DIfE, ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die meisten von uns kennen das Institut sicherlich dem Namen nach, denn es wird regelmäßig in den Medien zitiert, wenn es um die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Ernährung geht. Beispielsweise wird aus dem DIfE dann darüber berichtet, inwiefern Ballaststoffe sich günstig auf den Zuckerstoffwechsel bei Menschen mit Diabetes auswirken, wie Alkohol und Krebsrisiko im Zusammenhang stehen oder ob Avocados und heiße Schokolade das Herz gesund machen können.

Dies stellt jedoch nur den kleinsten Teil der Arbeit im DIfE dar. In dem Potsdamer Institut wird experimentelle und angewandte Forschung betrieben. Ziel ist es, die molekularen Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen zu ergründen und konkrete Empfehlungen zu entwickeln: Ernährung als Möglichkeit der Therapie und der Prävention. In seiner Forschung konzentriert sich das Institut auf die häufigsten Volkskrankheiten: Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, sowie die Adipositas (Fettsucht).

Salzig oder bitter – Geschmack im Test

Geschmack ist ein wichtiger Aspekt bei der Ernährung. Heute weiß man, dass das Geschmacksempfinden zum Teil durch Erziehung und Gewöhnung entsteht, zum Teil jedoch auch angeboren ist. So schmecken für manche Menschen einige Speisen oder auch Medikamente wesentlich stärker bitter als für andere. Dies hat man hier am DIfE mit Probanden im so genannten Sensorik-Labor erforscht, aber auch mit Hilfe der hier entwickelten künstlichen Zunge. Dabei übernehmen speziell präparierte Zellen in Kulturschalen die Aufgaben der menschlichen Geschmacksrezeptoren. Eine Rolle spielen kann diese unterschiedliche Wahrnehmung der Geschmacksrichtung "bitter" beispielsweise Ernährungsvorlieben: So empfinden manche Chicorée als lecker, anderen schmeckt das gesunde Gemüse gar nicht. Und auch für die Produktion von Medikamenten kann es wichtig sein. Hier könnte ein Bitterblocker zukünftig dabei helfen, "bittere Pillen" verträglicher zu machen. Geforscht wird auch im Zusammenhang mit dem salzigen Geschmack.

Zu viel Salz in der Nahrung kann bei etwa 50 Prozent der Bluthochdruckpatienten den Blutdruck in die Höhe treiben: und auch 20 – 30 Prozent der Menschen mit normalen Blutdruckwerten sind "salzsensitiv" und haben eine erhöhtes Hypertonus-Risiko. Um eine gesunde Alternative anbieten zu können, beschäftigt man sich in einer Arbeitsgruppe am DIfE mit der Entwicklung eines "Salzersatzes". Bis dieser jedoch marktreif ist, werden noch einige Jahre vergehen. Bis dahin kann man als Hypertoniker über einige Wochen versuchsweise Salz einsparen und beobachten, ob sich das günstig auf die Messwerte auswirkt. Man sollte jedoch wissen, dass nicht nur im Salzstreuer Salz steckt, sondern auch in vielen Lebensmitteln. Brot, Soßenpulver und Fertiggerichte enthalten viel davon, aber auch Müsli oder Kuchen. Günstig ist es auch, zu möglichst fein gemahlenem Salz zu greifen. Denn grobes Salz löst sich nicht ausreichend im Mund auf und trägt wenig zum "Salzgeschmackserlebnis" bei. Der ungelöste Rest wird verschluckt und kann dann bei Salzsensitiven trotzdem den Blutdruck ungünstig erhöhen.

Die Zwillingsstudie

Wir haben es ja schon immer geahnt: Die Gene sind schuld, wenn Pölsterchen entstehen. Zwar spielen Gene tatsächlich eine Rolle dabei, wie der Körper auf Ernährung reagiert, doch ganz so einfach ist die Sache nicht. In der Abteilung für Klinische Ernährung nimmt man mit der Unterstützung von eineiigen Zwillingen die Auswirkungen von Fett-, Eiweiß und Kohlenhydratbetonten Speiseplänen unter die Lupe. Mit ausgefeilten Ernährungsplänen und akribischen Auswertungen will man nach und nach auseinandersortieren, welchen Einfluss die Gene wirklich haben.

Infotext: Susanne Faß

 

Adressen & Links

Im Gespräch: Geschmack im Test
Dr. Frauke Stähler
Biologin, Abteilung für Molekulare Genetik,
(DIfE)

Im Gespräch Zwillingsstudie:
Prof. Dr. Andreas Pfeiffer, Diabetologe, Endokrinologe
Abteilung für Klinische Ernährung
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal
Deutschland
Tel.: 033 200 - 88-0
www.dife.de

Studie:
Für die Zwillingsstudie werden noch Probanden gesucht, Da häufige Kontrolltermine notwendig sind, werden vornehmlich Teilnehmer aus Berlin und Brandenburg in die Studie eingeschlossen:
Weitere Informationen:
Tel 033200 - 88-2778/2774 oder Zwillingshotline: 0800 – 128 94 67
E-Mail: info@zwillingsstudie.de
www.zwillingsstudie.de

 

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 11.12.2011. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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