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15.03.2010

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Rückschau: Tatorträtsel

"ARD-Ratgeber: Recht" löst "Tatort"-Mord

Sendeanstalt und Sendedatum: SWR, Samstag, 14. November 2009

Tatort-Logo (Bild: WDR) Bildunterschrift: Wie geht der "Tatort"-Fall weiter? ]
"Ich glaube an Schuld und Sühne und ich habe gesühnt, zwölf Gott verdammte Jahre lang und jetzt habe ich ein verfluchtes Recht darauf, die Vergangenheit zu begraben. Also lassen sie mich einfach in Ruhe", so Nick Ritterling. Der leidenschaftliche Koch wurde zu Unrecht wegen Mordes an seiner Ehefrau verurteilt. Nach Jahren im Knast kommt er wieder auf freien Fuß. Doch erneut wird gegen ihn ermittelt. Am Ende landet er ein zweites Mal im Gefängnis, wird ihm ein zweites Mal der Mord an seiner Ehefrau vorgeworfen. Doch geht das? Kann jemand zweimal wegen derselben Tat bestraft werden?

Filminhalt:
Der Tod der Zeugin wirft Fragen auf. Noch bevor die Frau eine Aussage zum Mordfall Ritterling machen konnte, wird sie erschossen. Was also wusste sie, was durfte sie nicht erzählen über den Mord vor zwölf Jahren? Wollte sie den Täter etwa entlasten?

Damals, vor zwölf Jahren, wurde Nick Ritterling als Mörder seiner Ehefrau verurteilt. Tatsächlich aber lebte seine Frau noch. Gemeinsam mit ihrem Geliebten hatte sie einen Verkehrsunfall, überfuhr eine Passantin. Kurzerhand nahm sie die Identität der Toten an und verschwand ins Ausland. Aus dem Unfall wurde ein Mord, Nick, ihr Mann, wegen Mordes verurteilt.

Nach Jahren im Gefängnis kommt er wieder auf freien Fuß. Er findet seine Ehefrau und bringt sie tatsächlich um. Die tote Zeugin zu Beginn des Filmes ist also in Wahrheit seine tote Ehefrau.

Die Kommissare Lena Odenthal und Mario Kopper entdecken die Wahrheit, Nick muss erneut ins Gefängnis. Damit endet der Tatort "Vermisst"! Ein realistisches Ende?

Rechtliche Situation
Der "ARD-Ratgeber: Recht" hat bei Bertram Schmitt, Richter am Bundesgerichtshof nachgefragt. Seiner Meinung nach ist das Ende des Tatorts nicht nur realistisch, sondern auch juristisch korrekt. "Zwar darf niemand wegen derselben Tat zweimal bestraft werden, aber wir haben hier eine ganz andere Tat. Immer noch dasselbe Opfer, aber eine ganz andere Tatzeit und einen ganz anderen Tatort", so der Richter.

Doch ist eine erneute Verurteilung auch gerecht? Im Film hat der Täter hierzu eine eindeutige Meinung: "Ich habe meine Frau getötet und ich habe dafür gebüßt. Ich weiß, das Gesetz sieht eine andere Reihenfolge vor, aber da stehen sich Gesetz und Gerechtigkeit im Weg."

Bundesrichter Bertram Schmitt sieht auch dies anders: "... die Todesstrafe ist abgeschafft und dazu kommt, dass auch Selbstjustiz abgeschafft ist. Wenn jeder das, was er für gerecht hält, oder was vielleicht gerecht ist, selbst durchsetzen könnte, hätten wir Anarchie."

Und was passiert mit zu Unrecht abgesessenen Jahren im Gefängnis? "Was die zwölf Jahre angeht, da kann er eine Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen und wenn das Urteil dann aufgehoben wird, dann gibt es die Möglichkeit, dass er Haftentschädigung bekommt und das sind im Moment 25 Euro am Tag", so der Richter.


Autorin: Kerstin Schreier

 

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 14.11.2009. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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