| Spielregeln
Die Hausordnung
Wohn- und Arbeitsbereich
Das Gutshaus gliedert sich in einen herrschaftlichen und einen Dienstbotenbereich.
Zum herrschaftlichen Bereich gehören die Repräsentationsräume im Erdgeschoss (Damensalon, Speisezimmer, Wintergarten, großer Salon, Herrenzimmer, Bibliothek, Gutsbüro) und die privaten Zimmer der Herrschaften im ersten Stock. Der Dienstbotenbereich umfasst das gesamte Untergeschoss und das Anrichtezimmer im Erdgeschoss. Die Dienstboten halten sich im herrschaftlichen Bereich nur zum Arbeiten auf.
In der Hausgemeinschaft gilt eine strenge hierarchische Ordnung. Ganz oben stehen die Herrschaften, darunter das Fräulein, der Hauslehrer, der Diener und die Mamsell. Die Mamsell steht dem gesamten Hauspersonal vor. Sie erhält ihre Anweisungen von der Gutsfrau und organisiert dementsprechend die Abläufe im Haushalt.
Alle Dienstboten müssen den Anordnungen der Herrschaft unverzüglich, nach besten Kräften und ohne jeden Widerspruch Folge leisten. Wenn ein Mitglied des Personals dem Gutsherrn oder der Gutsfrau im Haus oder im Garten begegnet, muss es respektvoll zur Seite treten und den Gutsherrn oder die Gutsfrau passieren lassen. Die einfachen Dienstboten, etwa der Hausbursche oder das Küchenmädchen, dürfen die Herrschaften nicht direkt ansprechen, sondern müssen warten, bis sie angesprochen werden.
Anrede
Die Herrschaften werden von allen mit "Gnädige Frau" und "Gnädiger Herr" angesprochen (z.B. "Wie gnädige Frau wünschen," oder "Haben gnädiger Herr noch einen Wunsch?"). Die Kinder werden vom Dienstpersonal mit dem Vornamen und Sie angesprochen, die Mamsell mit Frau Wiener
Mahlzeiten
Im Gutshaus gibt es täglich drei Mahlzeiten für alle, außerdem um 16 Uhr Tee oder Kaffee für die Herrschaften. Zu Mittag essen die Herrschaften meist drei Gänge, für das Gesinde gibt es kräftiges einfaches Essen, oft aus den Resten zubereitet. Gekocht wird nach Rezepten von 1900. In den Vorratskammern lagert, was in einem typischen Gutshaus dieser Größe um die Jahrhundertwende um diese Jahreszeit (April) auch gelagert hätte.
Morgenandacht
Jeden Morgen versammelt sich die gesamte Hausgemeinschaft pünktlich um 7 Uhr 45 zur Morgenandacht in der Eingangshalle. Die Andacht hält der Gutsherr.
Freizeit
Grundsätzlich haben alle Dienstboten alle zwei Wochen sonntags einen halben Tag frei. Die Entscheidung, ob sie tatsächlich frei nehmen können, ist jedoch abhängig von den anfallenden Arbeiten im Haus und den Plänen der Herrschaft. Einen Urlaubsanspruch gibt es nicht.
Hab und Gut
Zum Besitz zählen nur Gegenstände, die es 1900 gibt. Es gibt die Möglichkeit, in einigen Läden der Umgebung einzukaufen: Güter von 1900 zu Preisen von 1900 mit dem Geld von 1900 Der Arbeitslohn wird vom Gutsherrn monatlich ausgezahlt.
Hygiene
Im Haus gibt es kein fließendes Wasser. In jedem Schlafzimmer gibt es jedoch eine Schüssel, die täglich mit frischem Wasser gefüllt wird. Die Dienstboten baden etwa einmal pro Woche in der Waschküche und teilen sich das Badewasser. Die Herrschaften baden, wann immer sie es wünschen im Badezimmer im ersten Stock. Ihr Badewasser wird im Waschkessel erhitzt und dann von den Mädchen eimerweise nach oben getragen.
Die Toiletten liegen im Gutshaus Belitz - sehr fortschrittlich - innerhalb des Hauses und nicht draußen im Hof. Die Eimer werden mehrmals täglich vom Hausburschen geleert. Toilettenpapier gibt es nicht, stattdessen werden alte Zeitungen benutzt.
Lampen
Im Haus gibt es kein elektrisches Licht, nur Kerzen und Petroleumlampen.
Geschirrgeld
Die Dienstboten, die viel mit dem kostbaren Geschirr zu tun haben, bekommen jeden Monat eine Mark "Geschirrgeld" von der Mamsell ausgezahlt. Wer Geschirr kaputt macht, dem wird der Wert vom Geschirrgeld abgezogen. Das übrige Geld darf der Dienstbote behalten. Zerschlägt er aber für mehr als eine Mark Geschirr, dann wird ihm der verbleibende Betrag vom Lohn abgezogen.
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