22.08.2014

Abenteuer 1927 - Sommerfrische
Abenteuer 1927 - Sommerfrische

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Volker Heise (Bild: ARD/David Baltzer/ZENIT )
Regisseur Volker Heise

 

 

 

 
Jedes Detail muss stimmen...

Ein Interview mit Regisseur Volker Heise zum Thema Living-History und der Bedeutung von Streichholzschachteln

Es wurde in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Doku-Serien im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Glauben Sie, dass das Interesse der Zuschauer an solchen Formaten bzw. Living-History erlahmt?
Volker Heise: Was Living History anbetrifft: Nein. Ich sehe darin auch kein austauschbares Format, sondern eine Grundidee, die immer neue Herausforderungen an die Umsetzung stellt. Und wir haben versucht, mit "Schwarzwaldhaus 1902", "Abenteuer 1900"
und jetzt "Abenteuer 1927", Serien zu produzieren, die unverwechselbar sind, die ein jeweils eigenes Profil haben, einen eigenen Stil und eine eigene Seele. Und solange "Living History" spannend und informativ erzählt wird, hat es auch Chancen beim Zuschauer.


Was unterscheidet "Abenteuer 1927 – Sommerfrische" von anderen Doku-Serien?
Volker Heise: "Abenteuer 1927" ist keine reine Dokumentarserie, da sich fiktionale und dokumentarische Elemente mischen. Wir schaffen zuerst die historische Situation Gutshaus 1927 und dokumentieren dann, was im Gutshaus passiert. Wir geben auch Ereignisse vor, die 1927 wahrscheinlich gewesen wären, mit denen
sich die Protagonisten auseinandersetzen müssen, um diese Zeit auch sinnlich zu erfahren. Die Protagonisten sind so Kundschafter in einer anderen Welt, durch deren Augen wir und die Zuschauer das Jahr 1927 auf einem Gutshof erleben. Gleichzeitig reflektieren sie mit ihrem Wissen von heute das Leben von damals: Ihre Stellung in der Hierarchie, die Arbeit, den Alltag. Diese, auch für uns oft überraschenden Erkenntnisse, sind das
eigentliche Ziel von "Living History".


Wodurch schaffen Sie für die Protagonisten das Gefühl, tatsächlich im Jahr 1927 zu leben?
Volker Heise: Wir versuchen, die historische Situation im und um das Gutshaus so perfekt wie möglich nach dem Vorbild von 1927 zu gestalten und während der Dreharbeiten auch aufrecht zu erhalten. Dafür betreiben wir einen großen Aufwand an Recherche, die dann in Kostüme, in die Ausstattung, in die Handbücher mit den Rollenbeschreibungen für die Protagonisten einfließt. Jede Einzelheit muss stimmen, von der Inneneinrichtung bis zu den Autos, Radiosendungen, Zeitungen und Streichholzschachteln. 

Das mag perfektionistisch klingen, ist es auch, aber mit diesem Perfektionismus sagen wir den Protagonisten: Wir wollen eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Nur dann können wir auch von ihnen Ernsthaftigkeit erwarten. Und es ist jedes Mal eine Katastrophe, wenn wir etwas übersehen, wenn etwa ein Preisschild mit Strichcode nicht abgekratzt
wurde, weil diese Erinnerung an die Gegenwart sofort den historischen Raum zerstört. Also: Perfektion und Ernsthaftigkeit in der Umsetzung sind das A und O.


Wie lange haben Sie "Abenteuer 1927 – Sommerfrische" vorbereitet?
Volker Heise: "Abenteuer 1900" haben wir zwei Jahre vorbereitet, bei "Abenteuer 1927" waren es "nur" anderthalb Jahre, da wir das Gutshaus schon hatten und die Umbauten nicht so umfangreich waren. Wir brauchen diese lange Vorbereitungszeit nicht nur für die Recherche der Inhalte, sondern auch für das sorgfältige Casting und die Ausstattung. Versuchen Sie einmal, ein historisches Auto 1927 zu finden, dass nicht nur schick in der Gegend herum steht, sondern auch wirklich von Chauffeur Scheible gefahren und gewartet werden kann. Fast alle Museen und Sammler drehen sich entsetzt ab. Die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen muss einfacher sein.

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