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09.09.2010

Der Afrika-Schwerpunkt
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Der Afrika-Schwerpunkt

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2010  

Bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft im Juni hat Das Erste außergewöhnliche Dokumentationen aus Afrika im Programm.

Bundespräsident Horst Köhler (Bild: dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Bundespräsident Horst Köhler ]
Bundespräsident Horst Köhler über den spannenden Kontinent:

Afrika: Über keinen anderen Kontinent wissen so viele Leute in Deutschland so wenig, kein anderer wird mit so vielen Stereotypen betrachtet. Afrikanerinnen und Afrikaner werden allzu häufig in den Medien entweder als naive, fröhliche Exoten vorgestellt oder als Opfer präsentiert, die ohne wohlmeinende ausländische Helfer ohnmächtig dem Verderben preisgegeben wären.

Ohnehin sehen sich Europäer gern in der Rolle des mildtätigen Spenders. Dabei gibt es wahrscheinlich nirgendwo sonst auf der Welt so viele Männer und Frauen, die mit großer Zähigkeit unter den widrigsten Umständen darum kämpfen, ein stabiles Leben für sich und ihre Familien zu schaffen. Vor allem die Frauen leisten unvorstellbar viel, um ihren Kindern ein kleines Glück zu ermöglichen. Auch davon berichten die Filme der Sendereihe über Afrika, die Das Erste jetzt anlässlich der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika zeigt.

Margret (Bild: SR/Peter Klotz/Lavafilm) Bild vergrößern Bildunterschrift: Margret ist Radio-Chefin aus Uganda. Jeden Morgen schickt sie eine Botschaft an die Frauen Ugandas ]
In Chiara Sambuchis Reportage "Good morning, Africa" erleben wir vier Frauen, die mit Engagement versuchen, auf persönliche Art und Weise am Aufbruch Afrikas in eine bessere Zukunft teilzuhaben und ihn zu unterstützen.

Diese Grundeinstellung habe ich auf meinen Reisen in Afrika oft beobachtet: Die Familie, der Freundeskreis und die Nachbarschaft, in der man lebt, spielen eine große Rolle; die Menschen übernehmen füreinander Verantwortung und treten füreinander ein. Einsame alte Menschen zum Beispiel gibt es da selten.

Das Gefühl der Gemeinschaft und der Mitverantwortung macht sich nicht nur im kleinen Kreis, sondern sogar überregional bemerkbar. Zur Aufnahme von Immigranten und sogar Flüchtlingsströmen sind afrikanische Regierungen in stärkerem Maße bereit als ihre Amtskollegen in fast jeder anderen Region dieser Erde.

Gerade mit dieser Entwicklung werden wir uns im Laufe der Zeit viel stärker beschäftigen müssen, denn Afrika mag fern erscheinen, doch es liegt sehr nah. Armut und Kriege bringen schon jetzt viele afrikanische Flüchtlinge über die Meere nach Europa. Diese Bewegung wird im Laufe der Zeit eher zunehmen. In der vernetzen Welt des 21. Jahrhunderts sind wir aufeinander angewiesen. Auch deshalb wird es immer wichtiger, dass sich Europa seiner Mitverantwortung für Afrika stärker bewusst wird. Das beginnt mit einem Bewusstsein auch für die tiefer liegenden Ursachen der Probleme Afrikas.

So sind die in der Kolonialzeit willkürlich gezogenen Grenzen bis heute Auslöser zahlreicher Konflikte. Aber auch in der Gegenwart legen wir nicht genügend Achtsamkeit an den Tag, etwa wenn wir afrikanische Länder mit unseren Ernährungsprodukten beliefern, häufig noch subventioniert, die sie bei vernünftiger entwicklungspolitischer Zusammenarbeit besser selber herstellen würden. Wenn wir es ernst meinen mit "Hilfe zur Selbsthilfe", dann sollten wir uns fragen, wie wir afrikanische Ideen und Lösungswege unterstützen können.

DIE DOKUMENTATIONEN

Eine Frau mit ihrem Kind auf dem Niger (Bild: WDR/Marcel Kolvenbach) Bild vergrößern Bildunterschrift: Die wechselnden Wasserstände des Niger bestimmen den Lebensrhythmus der Menschen ]
So, 04. April 2010 | 19:15 Uhr
Ins heiße Herz Afrikas (1) – Entdeckungsreise auf dem Niger

Erster Teil: Wassermusik Filmischer Startpunkt ist Sansanding im heutigen Mali, wo der Forscher Mungo Park im Herbst 1805 mit seiner selbstgezimmerten "H.M.S. Joliba" ins Unbekannte aufbrach. Auch heute geht es mit der hölzernen Segelpinasse (oder dem Passagierdampfer aus rostigem Kruppstahl) vorbei an uralten Lehmstädten, malerischen Uferlandschaften und quirligen Märkten am drittgrößten afrikanischen Fluss, dem Niger.

Zweiteilige Reportage von Werner Zeppenfeld; Redaktion: Britta Windhoff (WDR)




Kinder (Bild: WDR/Marcel Kolvenbach) Bild vergrößern Bildunterschrift: Einmal in der Woche lockt der Markt. Frauen und Kinder kommen aus dem wüstenhaften Hinterland ]
Mo, 05. April 2010 | 19:15 Uhr
Ins heiße Herz Afrikas (2) – Entdeckungsreise auf dem Niger

Zweiter Teil: Jenseits von Timbuktu
Timbuktu, die legendenumwobene, lange verbotene Stadt: Startpunkt des zweiten Fluss-Abenteuers auf den Spuren des Entdeckungsreisenden Mungo Park. Etwas weiter den Niger hinunter sitzen wir im Logenplatz des einstmals schönsten Freiluftkinos in Westafrika. Wir fahren mit den letzten Sorko-Jägern auf Nilpferd-Pirsch, sehen zu, wie chinesische Brückenbauer in Niamey den großen Fluss mit Beton bezwingen und gehen mit der Umweltpolizei des Nationalparks an der großen Nigerschleife auf Flusspatrouille.

Zweiteilige Reportage von Werner Zeppenfeld; Redaktion: Britta Windhoff (WDR)




Birgit Virnich und Rafael Masques (Bild: WDR/Klaus-Peter Baum) Bild vergrößern Bildunterschrift: Reporterin Birgit Virnich im Gespräch mit dem Menschenrechtsaktivisten Rafael Masques ]
Mo, 26. April 2010 | 21:00 Uhr
Der afrikanische Patient – Wunderheiler China?

Noch nie stand das Entwicklungshilfesystem so in der Kritik. Deutschland sei kein Weltsozialamt, so der frischgebackene deutsche Entwicklungsminister Dirk Nebel auf seiner ersten Afrikareise.

Was ist schief gelaufen in 50 Jahren Entwicklungshilfe? Der kenianische Wirtschaftswissenschaftler James Shikwati macht sie mitverantwortlich für die Bettelmentalität und fehlende Eigeninitiative der Afrikaner. Profiteure des Systems seien letztlich Despoten und eine heuchlerische Hilfsindustrie. Er glaubt, dass Afrika nur aus eigener Kraft sein Armutsproblem lösen kann, und zwar mit Hilfe der Chinesen, die Afrikas marode Infrastruktur entwickeln.

Film von Birgit Virnich; Redaktion: Tibet Sinha (WDR)




Das neue Fußballstadion in Durban wird für das große Ereignis präpariert (Bild: WDR/dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Das neue Fußballstadion in Durban wird für das große Ereignis präpariert ]
Mi, 05. Mai 2010 | 23:30 Uhr
Global Players – Über das Weltwirtschaftswunder Fußball und die WM 2010

"Südafrika war in der ganzen Welt stets nur als Apartheid-Südafrika bekannt. Wir wollen, dass Südafrika an den Abendbrot- und Kaffeetischen der Welt ein Thema ist. Dass die Menschen sich fragen, was ist das für ein Land?

2006 in Deutschland hat man gesehen, dass Fußball die deutsche Nation auf eine Weise vereint hat, wie Politik es nie könnte." So Danny Jordaan, Geschäftsführer des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Der Präsident des Weltfußballverbandes FIFA, Josef Blatter, geht noch weiter. Er meint, mit Hilfe des Fußballs nicht nur Rassenschranken, sondern auch die Armut in Südafrika überwinden zu können. Aus einer Sportart wird ein Heilsbringer konstruiert: der Fußball als Jobmaschine, Konjunkturmotor und Friedensengel.

Reportage von Tom Theunissen; Redaktion: Birgit Virnich und Christian Wagner (WDR)



Blick auf den neuen Flughafen (Bild: dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Blick auf den neuen Flughafen ]
So, 09. Mai 2010 | 13:15 Uhr
ARD-exclusiv: Durban – ein Flughafen zieht um

Weil die Stadt Durban am Indischen Ozean so wichtig ist für die Fußball-WM 2010, musste ihr Flughafen vergrößert werden. Das war aber am alten Standort nicht möglich. Der derzeitige Flughafen von Durban liegt am südlichen Stadtrand, eingebettet in Hafenanlagen und Raffinerien. Daraufhin haben die Stadtväter von Durban gesagt: Wir bauen einen neuen.

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 2010 wird der Flughafen umziehen. Letzte Landung alter Flughafen: gegen 22:00 Uhr am Freitagabend, den 30. April. Erster Start neuer Flughafen: Samstagmorgen gegen 06:30 Uhr. Durban soll während der WM 2010 das Einfallstor für die Fans aus Asien und Ozeanien sein.

Film von Richard Klug; Redaktion: Susanne Sterzenbach (SWR)



Das Cape-Town-Stadion aus der Luft (Bild: dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Das Cape-Town-Stadion aus der Luft ]
So, 23. Mai 2010 | 19:15 Uhr
Traumflug durch Afrika – von Kapstadt bis Kenia (1)

Mit dem Helikopter quer durchs südliche Afrika. Mehr als 7.000 Kilometer durch bekannte und unbekannte "Paradiese" in acht Länder: Südafrika, Botswana, Sambia, Tansania, Burundi, Ruanda, Uganda und Kenia.

Am Steuerknüppel: der deutschsprachige Pilot Thilo Kaiser. Der 51-Jährige kennt die Gegenden und die Geschichten vom Kap bis zum Kap wie seine Westentasche. Geboren wurde Kaiser im ehemaligen Ost-Pakistan, dem heutigen Bangladesch. Er lebte im Ruhrgebiet und in der Schweiz. In Arizona machte er seinen Flugschein und er besuchte immer wieder Afrika.

1984 blieb er mit seiner Mutter in Südafrika "hängen". Bis heute hat er mit dem Helikopter so ziemlich jeden Job ausgeführt, den man von der Luft aus erledigen kann. Vom Kap aus geht es über die legendäre Garden-Route, den Addo-Elefantenpark Richtung "Nelson-Mandela-Land" am Eastern Cape und über die bizarren Formationen der Drakensberge zur glitzernden Spiel- und Vergnügungsstätte Sun City.

Zweiteilige Dokumentation von Christian Gramstadt und Richa; Redaktion: Wolf Lengwenus (NDR), Ulrike Becker (SWR) und Ute Beutler (RBB)



Städtisches Treiben auf Lamu (Bild: dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Städtisches Treiben auf Lamu ]
Mo, 24. Mai 2010 | 19:15 Uhr
Traumflug durch Afrika – von Kapstadt bis Kenia (2)

"Traumflug durch Afrika" ist eine optisch opulente Reise voller Erlebnisse und Abenteuer: Abenteuercamps im Okavango-Delta von Botswana steuert Thilo Kaiser immer wieder gern an. Ein Abend in Sambia endet mit Lagerfeuerromantik in den Weiten des Kafue-Nationalparks. Über Bujumbura, Hauptstadt von Burundi, wird Gitega, Sitz eines katholischen Erzbistums und Partnerstadt des deutschen Bistums Eichstätt, angeflogen.

Nach der Reise über das fantastische Hochland von Burundi und den immergrünen Bergregenwald Nyungwe wird unter anderem im Bwindi-Nationalpark mit seinen berühmten Berggorillas gestoppt. Weitere Stationen: der legendäre Viktoria-Nil in Uganda, der sagenumwobene Mount Kenia mit seinen First-Class-Lodges, der Flamingo-See Nakuru und Nairobi mit der kolonialen Blixen-Farm.

Endpunkt der Reise: die Insel Lamu vor der kenianischen Küste, ein farbenfroher Schmelztiegel afrikanischer und arabischer Kultur und Tradition.

Zweiteilige Dokumentation von Christian Gramstadt und Richa; Redaktion: Wolf Lengwenus (NDR), Ulrike Becker (SWR) und Ute Beutler (RBB)



Im Sammeltaxi unterwegs (Bild: dpa) Bild vergrößern Bildunterschrift: Im Sammeltaxi unterwegs ]
Sa, 05. Juni 2010 | 16:00 Uhr
Reise durch das Regenbogenland – mit dem Sammeltaxi von Simbabwe bis nach Kapstadt

Tendai Maringisanwa kommt aus Simbabwe und sucht das Paradies. Das Paradies soll Kapstadt sein. In Tendais Heimatland liegt die Wirtschaft am Boden. Mehr als ein Drittel der Simbabwer haben ihr Land verlassen, fast alle sind nach Südafrika gegangen, ihr Gelobtes Land. Südafrika, das sich selbst gerne als Regenbogennation bezeichnet, hat die Armutsflüchtlinge nicht immer gern aufgenommen. Aber aufgenommen hat es die Simbabwer dennoch.

Tendais Weg führt ihn von der Grenzstadt Musina in das fast 2.000 Kilometer entfernte Kapstadt. Musina hat sich von einem verschlafenen Nest zum vom Grenzverkehr profitierenden Wirtschaftszentrum entwickelt.

Zwei Stunden südlich davon: Polokwane, das alte Pietersburg; nördlichster Austragungsort der Fußball-WM 2010, mit vier Spielen der Vorrunde. Gleich
um die Ecke: die Waterberge, malariafreies Safari-Gebiet mit zahlreichen privaten Parks. Von dort geht es nach Johannesburg, wirtschaftliches Kraftpaket des gesamten afrikanischen Kontinents, mit fast acht Millionen Einwohnern.

Film von Ulli Neuhoff; Redaktion: Peter Puhlmann (SWR)



Grace (Bild: SR/Peter Klotz/Lavafilm) Bild vergrößern Bildunterschrift: Grace leitet in Lesotho eine Klinik für Aidskranke ]
Di, 15. Juni 2010 | 23:25 Uhr
Good morning, Africa

Wir begleiten vier Frauen in vier Ländern Afrikas, von der Wildnis des ugandischen Urwaldes ins Chaos der senegalesischen Metropole Dakar, von den kargen Weiten des Hochlandes Lesothos bis tief hinein in die Savanne Mosambiks. Da ist Margret, die Radio-Chefin aus Uganda. Sie musste in ihrem Leben viel erdulden. Genau darum schickt sie jeden Morgen in ihrer Radiosendung "Reflections" eine Botschaft an die Frauen Ugandas ("Women, wake up and go to work") und gibt ihnen damit Kraft im alltäglichen Überlebenskampf.

Ndéye ist Automechanikerin. Sie hat eine traditionelle Männerdomäne der konservativen Gesellschaft Senegals erobert. Nicht nur deshalb ist sie eine Berühmtheit, sondern weil niemand Autos so gut reparieren kann wie sie. Wie im Berufsleben geht Ndéye auch im Privaten ihren eigenwilligen Weg. Sie verweigert sich der polygamen Ehe, sehnt sich aber nach Partnerschaft und Liebe.

Marcia will, dass Mosambik ohne westliche Hilfe auf die Beine kommt, dass die Menschen dort sich auf ihre Fähigkeiten und Stärken besinnen und selbst aktiv werden. Sie fährt regelmäßig auf unwegsamen Pisten in die Savanne, ins Herz Mosambiks, dorthin, wo sie den Schlüssel für eine bessere Zukunft des Landes gefunden zu haben glaubt.

Und schließlich Grace, die in Lesotho eine Klinik für Aidskranke leitet, mit dem Gefühl, jeden Tag am Abgrund zu balancieren.

Reportage von Chiara Sambuchi; Redaktion: Marie Elisabeth Denzer (SR)



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