Hintergrund
Die Geschichte der Medizin ist eine lange Folge von Triumphen und Rückschlägen im Kampf gegen Krankheit und Tod. Sie handelt von Tabubrüchen, gewagten Experimenten und gefährlichen Selbstversuchen, aber auch vom bloßen Zufall, der zu bahnbrechenden Entdeckungen führte.
Die vierteilige Dokumentation "Auf Leben und Tod – Sternstunden der
Medizin" erzählt diese Geschichte auf höchst spannende, lehrreiche und verständliche Weise. Vier jeweils
45-minütige Teile zeichnen ein beeindruckendes Porträt der Heilkunst und ihrer herausragenden Forscherpersönlichkeiten.
Mit einem ungewöhnlichen Konzept gelingt es, die enorme Fülle von Themen der Medizingeschichte zu strukturieren und für das Publikum begreifbar zu machen.
In jeder Folge steht einer der vier Lebensabschnitte des Menschen im Mittelpunkt – mit den für diesen Abschnitt typischen Risiken für Leib und Leben. Roter Faden der Reihe ist eine Gartenparty, auf der vier Generationen einer Familie versammelt sind. Alle Familienmitglieder haben lebensbedrohliche Krankheiten überstanden. Ihre medizinischen Schicksale führen das Publikum zurück zu den Sternstunden der Medizin, ohne die sie nicht hätten überleben können.
Buchstäblich hautnah erleben die Zuschauer die erste Blutstillung bei Operationen durch den
Militär-Arzt Ambroise Paré im Jahre 1552. Gemeinsam mit Ignaz Semmelweis kommen
Sie im Wien des 19. Jahrhunderts der Ursache des tödlichen Kindbettfiebers auf die Spur, oder
Sie nehmen Teil an der dramatischen Erprobung des Insulins 1929 in einem kleinen Labor in Toronto.
Die Dokus führen den Zuschauer zu den Schauplätzen der Medizingeschichte: Zum Äther-Dom in Boston, wo am 16. Oktober 1846 die erste Narkose der modernen Chirurgie den Weg bereitete, oder in das Londoner Labor, in dem Alexander Fleming 1928 per Zufall das lebensrettende Penicillin entdeckte.
Weltberühmte Sammlungen zur Geschichte der Medizin wie das Josephinum in Wien öffneten ihre Räume und Vitrinen für das Fernsehpublikum. Pioniere wie der Herzchirurg Norman Shumway, der Lehrer von Christiaan Barnard, und der Nobelpreisträger Joseph Murray, der erfolgreich die erste Niere verpflanzte, erzählen von den Anfängen der Organtransplantation, dem Beginn eines neuen Zeitalters in der Geschichte der Medizin.
Die Sternstunden der Medizin werden in der Serie mit Mitteln des Spielfilms szenisch rekonstruiert, zum Teil an den Originalschauplätzen wie dem Gartenhaus Edward Jenners in Berkeley, der ersten Impfstation der Geschichte. Einzigartiges, bislang unveröffentlichtes Archivmaterial führt die Zuschauer zu den filmischen Meilensteinen der Medizingeschichte: Sie sehen erstmalig gezeigte Bilder von den Anfängen der Ultraschall-Technologie aus den Jahren
1930 und 1950, das älteste Filmmaterial zur Fertigung von Prothesen aus dem Jahr
1918 oder früheste filmische Einblicke in die Tuberkulose-Therapie mit Bildern aus den Licht- und Luftsanatorien der 1930er Jahre.
"Auf Leben und Tod" war 2004 unter den Nominierten für den renommierten Adolf-Grimme-Preis.
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