|

Die Bräuteschule: ein idyllisches Wald-Schlösschen im Hunsrück |
 |

Unterricht mit Frau Direktor |
 |

Auch Tanzen will gelernt sein: Tanzlehrer Henseling dirigiert Elisabeth und ihren Partner. |
 |

Ein Gynäkologe erteilt Aufklärungs- unterricht |
 |
|
Die Schule
Deutschland im Jahr 1958. In der Adenauer-Republik gilt: keine Experimente! Besonders für die Frauen: Sie sollten – lächelnd – dafür sorgen, dass der Ehemann zufrieden ist. Eine gute Hausfrau kann Kochen, Putzen und hat "Anstand", dann landet sie auch bald im sicheren Hafen der Ehe.
Die Zeitreise Zehn junge, selbständige Frauen von heute begeben sich auf eine Zeitreise und lernen kennen, was die Gesellschaft von einer Frau in den 50er Jahren erwartet. Zusammen mit der Direktorin, ihren Lehrerinnen, dem Hausmeister und zwei Gehilfen leben sie für sechs Wochen in einem originalgetreuen Bräute-Internat. Sie wohnen in karg eingerichteten Dreibettzimmern, pendeln zwischen Lehrküche, Wasch- und Bügelraum, Schulgarten und Klassenzimmer – nur zu besonderen Anlässen ist die Benutzung des Salons gestattet. Statt Disco und Shopping stehen Kochen, Putzen, Waschen, Bohnern, Bügeln und Benimm-Unterricht auf dem Stundenplan.
Problematische Verwandlung Aus Sandrin, Elisabeth und Hannah werden Fräulein Sandrin, Fräulein Elisabeth und Fräulein Hannah. Die Verwandlung geht nicht ohne Schwierigkeiten über die Bühne. Besonders Hannah, die Tochter der Direktorin, hat ihre Probleme die gewohnten Freiheiten aufzugeben. Gut, dass sie im Hausmeistergehilfen Adrian einen Lichtblick im strengen Internatsalltag finden kann. Sie flirtet, was das Zeug hält.
Auch für die burschikose Sport- und Deutschstudentin Sandrin ändert sich so gut wie alles: sie hat bisher weder Kleider getragen noch vom Kochen viel Ahnung. Und nun wird ausgerechnet sie in der Bräuteschule eine tragende Rolle spielen. Sabrina hat mit Autoritäten so ihre Probleme. Wird sie es schaffen, mit Oberlehrerin Frau Limbrock, von den Mädels nur der Drachen genannt, auszukommen?
Die täglichen Pflichten und kleinen Freuden Die Schülerinnen bewältigen den Spagat zwischen hausfraulichen Pflichten und jugendlichen Schwärmereien: Rock’n’Roll im Ohr, aber Kochen, Putzen, Waschen auf dem Lehrplan. Sie entdecken vieles, von dem sie zuvor so gut wie nichts wussten. Wer von ihnen wäre etwa auf die Idee gekommen, sich ein Abendkleid selbst zu schneidern? Hätten sie sich den Unebenen des Standardtanzes ausgesetzt?
Ein Mal pro Woche dürfen die "Bräute" die graue Schuluniform ablegen und mit Petticoat und Dauerwelle losziehen. Dann geht es in die Milchbar, wo Cocktails, Rock’n’Roll und die Tanzpartner aus der Kreisstadt warten. Die Mädels werden zu einer eingeschworenen Truppe, die sich auch in den Scharmützeln mit der Internatsleitung behaupten kann. Ihr beliebtestes Spiel: heimlich rauchen und sich ja nicht dabei erwischen lassen. Schwer genug, denn die Direktorin und die Lehrerinnen haben stets ein Auge auf die jungen Damen.
Nierentisch und Retro-Tapete Ein idyllisches Waldschlösschen im Hunsrück – das mit Nierentisch, Lampenschirm, Retro-Tapete und Originalmöbeln aus den 50er Jahren ausgestattet ist – lässt das Lebensgefühl der Zeit aufleben. Das gilt selbstverständlich auch für Lebensart und Lebensalltag: Es wird den jungen Damen vermutlich schwerfallen, sich nur einmal in der Woche zu duschen, Schürze und Haube zu tragen, Kohleöfen zu reinigen und mit vollem Körper- und Krafteinsatz per Hand Wäsche zu waschen und zu schleudern. Auch die Zubereitung eines Kalbsnierenbratens oder einer Rinderzunge dürfte allzu zart besaiteten jungen Damen aufs Gemüt schlagen...
Von Anfang April bis Mitte Mai 2006 wurde "Die Bräuteschule 1958" im rheinland-pfälzischen Hunsrück produziert. Für diese einzigartige Zeitreise in die 50er Jahre wurde jeder Gegenstand des heutigen Lebens von dort verbannt. Doch wie lebt es sich wochenlang ohne Handy, Fernsehen und Spülmaschine? Welche Probleme schafft die enge Gemeinschaft der Schülerinnen, und wie kommen sie mit den Anforderungen an die patente Hausfrau der 50er Jahre zurecht? Man darf also gespannt sein – auf die "gute alte Zeit"...
|