Als allererstes musste sie ein Kochhäubchen nähen, sonst durfte sie nicht in die Küche: "Streng ging es zu, die Lehrer waren gefürchtet aber auch sehr geliebt." Die inzwischen 94jährige Maria Benzinger klingt immer noch begeistert, wenn sie an ihre Lehrzeit an der Prinzessin-Arnulf-Schule in München zurückdenkt. Leisten konnte sich diese Ausbildung damals aber nicht jeder. Nur Töchter aus etwas besserem Hause durften diese besonderen Haushaltungsschulen besuchen. "Die meisten blieben nur ein halbes Jahr, aber ich habe ein ganzes Jahr gelernt und auch noch ein Jahr Praktikum daran gehängt."
Maria Benzingers Begeisterung ging sogar so weit, dass sie ihre Tochter Ingrid nach dem Abitur in dieselbe Schule schickte. "Sie sollte nicht nur eine gute theoretische Ausbildung erhalten, sondern auch eine praktische, die ihr im täglichen Leben weiterhilft." Tägliches Leben hieß für die Frauen damals noch bedingungslos Kinder, Küche und den Ehemann versorgen. "Und dafür waren wir nach der Schule bestens gerüstet."
Maria Benzingers beste Freundin wurde sogar auf Drängen ihres Bräutigams hingeschickt. "Der hat es zwar nicht so gut gefallen, aber ihr späterer Mann war bestimmt begeistert."