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18.03.2010

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Contergan

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  • aktuelle Kategorie: Unterhaltungssendungen
    • aktuelle Sendung: Contergan
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Der Chat zum Nachlesen – Teil 1

Hier können Sie nachlesen, welche Fragen beim Chat zu "Contergan" gestellt wurden und wie die Chat-Teilnehmer darauf geantwortet haben.

Am Chat haben teilgenommen: Michael Souvignier, Adolf Winkelmann, Danuta Harrich-Zandberg, Maria Bergner-Willig, Mirek Nitsch und Katja De Bock.

Der Chat wurde moderiert, das bedeutet, die Beiträge wurden nicht sofort veröffentlicht, sondern von unserem Team zunächst gesammelt und ggf. weitergeleitet.


Moderator: Herr Souvignier, viele interessiert folgende Frage:

SingleRose: Herr Souvignier, wie ist es bei Ihnen angekommen, dass der einstige Opferanwalt – Herr Schulte-Hillen – ebenfalls versuchte, die Ausstrahlung des Filmes "Eine einzige Tablette" zu verhindern?

Michael Souvignier: Ich war vollständig befremdet und überrascht.


Moderator: Noch eine Nachfrage:

Kant: Welche Schwierigkeiten gab es bei der Produktion des Films?

Michael Souvignier: In erster Hinsicht nur juristische...

Pius: Warum gab es einen juristischen Vergleich, trotz der eindeutigen Beweislage?

Michael Souvignier: Es ging darum, dass die Opfer Geld bekommen... Die Beweislage war nicht so eindeutig, weil die Kausalität zwischen Conterganeinnahme und Missbildungen nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte.


Moderator: Für Frau Bergner-Willig die Frage:

Ulrike Pfau: Sind die Opfer relevant entschädigt worden (Amerikanisches Modell)?

Michael Souvignier: Natürlich nicht, die Maximal-Rente von 545 Euro reicht bei weitem nicht aus.


Moderator: An Katja De Bock, diese Frage:

Frankie: Welcher Charakter im Film ist Ihr Lieblingscharakter und warum?

Michael Souvignier: Katja De Bock liegt am meisten die kleine Hauptdarstellerin Katrin (Denise) am Herzen.


Moderator: Herr Souvignier bitte...

SingleRose: Herr Souvignier, haben Sie damit gerechnet, dass die Fa. Grünenthal solche Geschütze auffährt, um die Ausstrahlung des Filmes "Eine einzige Tablette" zu verhindern?

Michael Souvignier: Ich habe nicht mit so großen Geschützen gerechnet.


Moderator: Viele wollen Folgendes wissen, Frau Bergner Willig.

Biggi: Ich bin selber betroffen und berufstätig, also Steuerzahler. Ich finanziere somit meine eigene Rente und meine bereits 2 berufstätigen Kinder. Ein Witz. Warum kommen die Steuerzahler für den Unterhalt der Contergan-Geschädigten auf? Warum macht unser Staat, sprich der Gesetzgeber, keine Regreßansprüch gegen die verursachende Firma Grünenthal geltend. Ich finde – ein Skandal!!!

Maria Bergner-Willig: Finde ich auch!


Moderator: Bitte Herr Nitsch, eine Frage für den Juristen.

Zuri: Hat die Firma Grünenthal die Entschädigung von der Steuer abgesetzt?

Mirek Nitsch: In solchen Situationen müssen Firmen Rückstellungen bilden. Ich gehe davon aus, dass das in diesem Fall auch geschehen ist. Diese sind steuerlich absetzbar.


Moderator: Frau Bergner-Willig – großes Interesse für dieses Thema:

Koops: Warum wird nicht erwähnt, das Contergan noch immer auf dem Markt ist? Es gibt im Jahre 2007 noch immer Contergan-Geburten in Südamerika!

Maria Bergner-Willig: Der Wirkstoff Thalidomid ist nicht mehr unter dem Namen Contergan auf dem Markt. In Südamerika wird dieser Wirkstoff gegen Lepra eingesetzt. Durch mißverständliche Kennzeichnung auf der Verpackung gibt es dort heute wieder Thalidomidgeschädigte. Die letzten so geschädigten Babys sind dieses Jahr geboren.


Moderator: Großes Thema an Herrn Souvignier...

Pan Tau: Mit welchen Argumenten wollte der Hersteller die Ausstrahlung des Films verhindern?

Michael Souvignier: Angeblich verträgt das Thema Contergan keine fiktionale Aufarbeitung, sondern nur dokumentarische Genauigkeit. Das finden wir nicht und wie man sieht, kann man sich mit dem Thema auch künstlerisch, verantwortungsvoll und sensibel auseinandersetzen.


Moderator: Herr Winkelmann, was hat Sie bewegt, die Regie für diesen Film zu übernehmen?

Adolf Winkelmann: Ich habe sehr genaue Erinnerungen an die Zeit... als die Contis Kinder waren.


Moderator: Katja De Bock, die nächste Frage.

thegame: Gibt es den Film auch zu kaufen?

Katja De Bock:Momentan noch nicht, aber die DVD wird demnächst in den Handel kommen.


Moderator: Herr Nitsch bitte...

Peter: Sind heutzutage die Kontrollen vor der Zulassung besser? Könnte sich so etwas in dem Umfang wiederholen?

Mirek Nitsch: Das Arzneimittelgesetz ist deutlich verschärft worden. Aber wie man heute an dem Herzmittel Trasylol sieht, werden Arzneimittel auch heute noch nach Jahren vom Markt genommen.


Moderator: Frau Bergner-Willig, oft gefragt.

Britney: In England wurden die Opfer ganz anders entschädigt – hat GB das für Nutzer-/Patientenfreundlichere System?

Maria Bergner-Willig: Die Ansprechpartner in England sind lediglich das Pharmaunternehmen, das das Medikament auf den Markt gebracht hat. In Deutschland kommt die Entschädigungszahlung aus der Stiftung, die staatlicher Kontrolle unterliegt. Chemie Grünenthal sieht sich nicht als Ansprechpartner!


Moderator: Und wieder Frau Bergner-Willig...

goggo: Warum werden in England z.B. eine viele höhere Rente gezahlt?

Maria Bergner-Willig: In England haben die Geschädigten durch zwei verschiedene Kampagnen erreicht, dass die dortige Vertriebsfirma Distillers (Diageo) deutlich höhere Entschädigungszahlungen geleistet hat. (Produktboykott und Hungerstreik)


Moderator: Nun wieder eine Frage für den Regisseur Winkelmann...

rodial: Frage an Herrn Winkelmann: Woher kommt die Behinderung der Darstellerin von Kathrin?

Adolf Winkelmann: Kathrin ist wegen eines seltenen Gendefekts ohne Arme geboren worden. Das Ganze heißt Dysmelie.


Moderator: Herr Souvignier bitte:

Opus4: Haben Conterganopfer den Film schon vorher sehen und kritisieren können? Wenn ja wie war die Stimmung?

Michael Souvignier: Die größte Herausforderung für mich war die Präsentation vor den Contergan-Opfern. Nachdem die Contergan-Opfer gesehen haben und sich bei mir bedankten, wusste ich, wir haben alles richtig gemacht.


Moderator: Frau Harrich eine Frage für Sie:

Johnster: Was ist mit der Firma und den Betroffenen heute?

Danuta Harrich-Zandberg: Was mit der Firma ist, kann ich nur so beantworten: die Firma hat nur schriftlich Stellung genommen und ansonsten nichts. Die Geschädigten sind in jeder Hinsicht die Benachteiligten und das finde ich beschämend.


Moderator: Frau De Bock folgende Frage:

Zap-L: Wird die Ausstrahlung wiederholt?

Katja De Bock: Im Weihnachtssonderprogramm werden Teil 1 und Teil 2 jeweils auf EinsFestival wiederholt. Eine Wiederholung im Ersten oder im WDR Fernsehen ist derzeit noch nicht geplant.


Moderator: Für Herrn Souvignier:

Swiss: Haben die Schauspieler gleich zugesagt, als man sie für die Rolle gefragt hat?

Michael Souvignier: Eine schnellere Zusage von Schauspielern habe ich noch nie bekommen.


Moderator: Herr Nitsch – eine wichtige Frage beschäftigt die Zuschauer.

Michael: Stimmt es, dass der damalige Justizminister befangen war?

Mirek Nitsch: Was stimmt ist, dass der damalige Verteidiger der Firma Grünenthal im laufenden Verfahren zum Justizminister in NRW und damit zum Vorgesetzten der das Verfahren führenden Staatsanwälte wurde.


Moderator: Frau Harrich hier die Frage:

zusachauer: Wird die Firma Grünenthal noch mal in den Fond einzahlen?

Danuta Harrich-Zandberg: Ich hoffe sehr, insbesondere im Sinne der Geschädigten... und im Sinne der Menschlichkeit, dass die Firma noch einmal zahlt.


Moderator: Ein Kommentar:

Jürgen67: Ein Riesenkompliment an Buch, Regie und Darsteller!



Contergan-Pillendose (Bild: WDR/Willi Weber) Bildunterschrift: Contergan-Pillendose ]




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