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10.02.2012

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Contergan
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SYLVESTER GROTH als STAATSANWALT FEDDERSEN

Zur Person:

Sylvester Groth wurde in Jerichow in der damaligen DDR geboren. Er machte zunächst eine Lehre als Elektriker, studierte dann an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin, um im Anschluss am Staatstheater Schwerin und im Staatsschauspiel Dresden seine Theaterlaufbahn zu beginnen. Frank Beyers Kinofilm "Der Aufenthalt" machte ihn 1983 auch im Westen zu einem begehrten Künstler: 1984 wurde er erstmals für die Salzburger Festspiele engagiert, ein Engagement, das im Folgejahr fortgesetzt wurde.

Seither hat das Theater einen besonderen Stellenwert in seinem Schaffen. Bis 1989 war Sylvester Groth festes Ensemblemitglied an der Berliner Schaubühne. Heute ist er als freier Künstler an den großen Bühnen in Berlin, Salzburg, Wien, Bochum, Hamburg, Zürich und München zu Hause. Zu den Regisseuren, mit denen er gearbeitet hat, gehören so unterschiedliche Künstler wie Peter Zadek und Dieter Dorn, Klaus-Michael Grüber und Robert Wilson und zu seinen zahllosen Rollen auf der Bühne unter anderem Schillers "Don Carlos", Koltès "Roberto Zucco", Büchners Robespierre in "Dantons Tod" und Shakespeares "Macbeth".

Äußerst wandlungsfähig zeigt sich Sylvester Groth auch bei den Film- und Fernsehrollen, die er sich sehr sorgfältig aussucht. Als Agent war er 1986 in der Kinoverfilmung von Michael Endes "Momo" zu erleben, 1993 in Josephs Vilsmaiers Weltkriegsdrama "Stalingrad", als verliebter Dichter Clemens Brentano wiederum sechs Jahre später in Dagmar Knöpfels "Requiem für eine romantische Frau" und ebenfalls 1999 als deutscher Exilant im Paris der 30er Jahre in Ottokar Runzes Kinofilm "Der Vulkan". In den letzten Jahren überwogen indes die Fernsehrollen, in denen er ebenfalls große Vielseitigkeit bewies. In "Der Briefbomber" (2000, Regie: Torsten C. Fischer) war er ein Kriminalpsychologe, der einen Attentäter stellte, in Bernd Böhlichs Verfilmung von Axel Springers Leben in "Der Verleger" gab er den Journalisten und Autor Christian Kracht, in "Romeo" spielte er unter der Regie von Hermine Huntgeburth einen Stasi-Spitzel – eine Rolle, die ihm 2002 den Grimme Preis einbrachte.
Als Sexualaufklärer Oswalt Kolle war Groth in dem Fernsehfilm "Kolle – Ein Leben für Liebe und Sex" (2001, Regie: Susanne Zanke) zu sehen und als Vermessungsingenieur Harald Hansen wirkte er mit im "Wunder von Legende" (2003, Regie: Kaspar Heidelbach). Gelegentlich kann er auch Theater und Film verbinden – so bei Jürgen Flimms moderner Verfilmung von Kleists "Käthchen von Heilbronn" unter dem Titel "Käthchens Traum" (2004) oder in Uwe Jansons Verfilmung von Wedekinds "Lulu" (2006). Eine seiner wohl anspruchsvollsten Rollen spielte Groth zuletzt in Dani Levys Komödie "Mein Führer" (2007), wo er Joseph Goebbels verkörperte. Nach den Fernsehkrimis "Schuld und Unschuld" (Regie: Markus Rosenmüller) und "Der Kronzeuge" (Regie: Johannes Grieser, beide 2007) wird man Sylvester Groth demnächst in Lars Beckers TV-Film "Die Weisheit der Wolken" erleben können.

Zur Rolle:

Staatsanwalt Feddersen gilt als unauffälliger und mittelmäßiger "Aktenfresser". Dass es Jahre nach Markteinführung von Contergan zum Prozess gegen die Herstellerfirma kommt, ist indessen sein Verdienst. So unauffällig Feddersen auf den ersten Blick nämlich scheint, so ist er doch ein zäher, unnachgiebiger Jurist, ein Mann mit enormem Durchhaltevermögen. Selbst als sich das Verfahren mehrere Jahre hinzieht, will er nicht aufgeben. Anders als Paul, der mit der Gegenseite in Verhandlungen tritt, um den Contergan-Opfern einen zermürbenden Prozess zu ersparen.
Sylvester Groth als Staatsanwalt Feddersen (Bild: WDR/Weber)Großansicht des Bildes Bildunterschrift: Sylvester Groth als Staatsanwalt Feddersen ]

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