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09.02.2012

FilmDebüt im Ersten
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Bio-/Filmografie Martin Gypkens

Film: Wir

Martin Gypkens (Bild: © ORB/Jörg Trentmann) Bild vergrößern Bildunterschrift: Regisseur Martin Gypkens bei den Dreharbeiten. ]
Martin Gypkens wurde 1969 in Bonn geboren. Nach dem Abitur unternahm er einen Auslandsaufenthalt in den USA. In New York City sammelte er erste Drehort-Erfahrungen, u.a. als Regie-Praktikant und als Assistent in der Austattungsabteilung bei mehreren Musikvideo- und Spielfilmproduktionen. Von 1992 bis 1996 war er als Innenrequisiteur bei diversen Spielfilm- und Serienproduktionen in Berlin tätig. 1993 Regie bei dem Theaterstück "Unidentifizierte Leichenteile und das wahre Wesen der Liebe" von Brad Fraser in Bonn.

Von 1996 bis 2002 studierte er an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg, Fachbereiche Dramaturgie/-Drehbuch. 1999 absolvierte er einen Schauspielführungs-Workshop bei Simon Phillips "Working With Actors". Martin Gypkens ist Autor mehrerer Langfilmdrehbücher. Mit "Wir" gab er sein Filmdebüt, das zugleich sein Abschlussfilm an der HFF "Konrad Wolf" war. In Saarbrücken erhielt sein Regiedebüt den Förderpreis der Jury des Max-Ophüls-Filmfestivals, in Berlin wurde er mit großem Erfolg auf der "Berlinale" in der Sektion "Perspektive deutsches Kino" gezeigt.

Fragen an Martin Gypkens

Was war die Grundidee Ihres Films?
Ich wollte ein Lebensgefühl einfangen, das ich in dem Alter selber sehr intensiv empfunden habe und auch in meinem Freundeskreis verstärkt beobachten konnte. Dieses Gefühl hat viel mit "auf der Suche sein" zu tun und damit, das Gefühl von absoluter Freiheit sowohl im positiven und im gleichen Moment auch im negativen Sinne zu empfinden.

Wie hat sich die Geschichte im Laufe der Entwicklung verändert?
Die erste Drehbuchfassung enthielt 14 Hauptfiguren und war 150 Seiten lang. Die gesamte Drehbuchentwicklung bestand in erster Linie darin, alles Unnötige zu eliminieren und dabei trotzdem das komplexe Grundgerüst nicht zu beschädigen.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Arbeit an Ihrem Film?
Ich wollte einen Film machen, der sehr unterhaltsam ist und der sich dennoch ernsthaft mit den Ängsten seiner Figuren auseinandersetzt. Der ganze Film ist eine Gratwanderung zwischen verschiedenen Stimmungen, die für mich alle zusammengenommen das Leben ausmachen. Diesen Facettenreichtum wollte ich einfangen.

Welche Hoffnungen und Erwartungen haben sich erfüllt, welche nicht?
Es war eine großartige Erfahrung, bei diesem Projekt - meinem ersten Langfilmprojekt als Autor und Regisseur - die kreative Kontrolle bis zum Schluss behalten zu können. Ich bin sehr glücklich mit dem fertigen Film. Und ich bin sehr froh, dass ich so großartige Mitstreiter hatte, die sehr gut miteinander gearbeitet haben.

Was wollen Sie bei Ihrem nächsten Film anders bzw. genauso machen?
Ich möchte wieder ein Team um mich versammeln, das sowohl kreativ als auch zwischenmenschlich so gut miteinander auskommt, wie es bei "Wir" der Fall war. Wenn man zu unmenschlichen Zeiten nachts im Regen am Drehort steht, alles schief geht und man sich fragt: "Warum mache ich das eigentlich alles?", dann ist es gut und wichtig, die richtigen Menschen um sich zu haben, die einen fühlen lassen, ohne unbedingt viel zu sagen, warum wir das alles machen. Und wir werden es wieder tun.

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