21.05.2012

Der Untergang
Der Untergang

Home

Der Film

Darsteller

Darsteller

Bildergalerie

Startseite DasErste.de

Unterhaltung im Ersten

Sendungen im Ersten A-Z
Bernd Eichinger (Bild: dpa)
Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger  
Interview mit Oliver Hirschbiegel
Interview mit Bruno Ganz

Interview mit Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger

Die ARD zeigt ihren Kino-Erfolg "Der Untergang" über Hitlers letzte Tage und den Zusammenbruch seines Regimes jetzt in einer zweiteiligen Fernsehversion. Welche Gefühle verbinden Sie mit dieser TV-Ausstrahlung?
Ich hoffe natürlich, dass "Der Untergang" auch im  Fernsehen ein großes Publikum findet - und dass dieser Film Denkprozesse auslöst. Mit liegt sehr daran, dass die Zuschauer ins Gespräch miteinander kommen, sich darüber austauschen, wenn sie diesen Film gesehen haben.

Sie haben etwas Ungewöhnliches auf die Beine gestellt: zuerst einen Kinofilm und kurz darauf eine zweiteilige, längere Fernsehversion. Welche Vorteile sehen Sie in der Fernsehversion?
Im Fernsehen können wir erzählerisch weiter ausholen, Handlungsstränge ausführlicher erzählen. Die Aufteilung des Films in zweimal 90 Minuten erlaubt uns, mehr Facetten hineinzubringen, auch einmal reizvolle Nebenwege zu gehen, während ich im Kino den Kern der Handlung niemals lange aus den Augen verlieren darf.

Zu den größten Schwierigkeiten dieser Produktion gehörte es vermutlich, einen überzeugenden Hitler-Darsteller zu finden. Hätten Sie das Projekt ad acta gelegt, wenn Sie mit Bruno Ganz nicht einen solchen Darsteller gefunden hätten?
Wir mussten einen Darsteller finden, der uns voll und ganz überzeugte. Wenn Bruno Ganz nicht zugesagt hätte, hätte ich diesen Film wahrscheinlich nicht gedreht.

Die meisten Kritiker hat Bruno Ganz als Hitler sehr beeindruckt. Womit hat Bruno Ganz Sie überzeugt? Warum haben Sie ihn für diesen schwierigen Part ausgewählt?
Das lässt sich kaum an einzelnen Punkten festmachen. Bruno Ganz hat vor allem die Persönlichkeit, die Statur und das Charisma, um diese Rolle überhaupt ausfüllen zu können. Er schafft es, uns davon zu überzeugen, dass die Menschen diesem Diktator auch dann noch verfallen sind, als das Ende seiner Herrschaft unmittelbar bevorsteht. Dazu kommt, dass er in der Hitler-Maske auch äußerlich auf verblüffende Weise überzeugt.

Wie sehen Sie die Figur Hitler?
Hitler war kein gehörnter Teufel, sondern eben ein Mensch, dem man seine zerstörerische Kraft nicht an der Nasenspitze ansehen konnte. Genau das ist die Botschaft des Films: Wenn das Böse das Zimmer betritt, bemerke ich das nicht gleich im ersten Moment. Hitler hat eben nicht wie der Drache aus der Sage von morgens bis abends Feuer gespien. Dennoch wird niemand, der den "Untergang" gesehen hat, auch noch ansatzweise Positives oder Nachahmenswertes an Hitler und seinem Regime entdecken.

Sie haben einmal gesagt, dass das Erscheinen der Erinnerungen von Hitlers Privatsekretärin Traudl Junge Sie bei der Entscheidung, diesen Film zu drehen, einen wichtigen Schritt weiterbrachte. Inwiefern war es für Sie wichtig, Hitlers Sekretärin zu einer der Hauptfiguren zu machen?
Mit Traudl Junge hab ich eine Zeitzeugin, die in den letzten Tagen quasi 24 Stunden lang in Hitlers Nähe war...

... aber eben auch eine naive junge Frau, die vieles nicht durchschaut.
Wie naiv Traudl Junge wirklich war, soll jeder selbst beurteilen. Der wesentliche Punkt für mich liegt darin, dass sie Hitler letzte Tage so hautnah miterlebt hat und so detailliert beschreibt, wie kaum jemand - zumal sie ihre Erinnerungen schon 1947 aufgeschrieben hat, nicht erst 60 Jahre später. Sie hat persönliche, private Einblicke gewonnen, wie sie etwa die Generäle im Bunker nicht bekommen haben - mit denen hat Hitler längst nicht mehr zusammen gegessen und geredet.

Ihr Drehbuch stützt sich auf Joachim Fests Analyse "Der Untergang" und Traudl Junges Erinnerungen, die unter dem Titel "Bis zur letzten Stunde" erschienen sind. War es für Sie beim Schreiben des Drehbuchs absolut vorrangig, den historischen Fakten gerecht zu werden?
Bei diesem Stoff meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und sogar Szenen frei zu erfinden - das hätte ich für völlig verfehlt empfunden. Deshalb zeige ich auch nicht den Moment, in dem Hitler sich das Leben nimmt - niemand war dabei, das geschah hinter verschlossener Tür.



 

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW