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21.05.2012

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Die Juden — Geschichte eines Volkes
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Die Juden — Geschichte eines Volkes - Hintergrund

Hintergrund zur Reihe

Sieben Jahre nach der erfolgreichen, mehrteiligen Reihe "2000 Jahre Christentum" präsentieren die ARD und ARTE die Reihe „Die Juden – Geschichte eines Volkes“. Es ist seit vielen Jahren die erste umfassende Hochglanzdokumentation nach internationalen Standards, die dem Zuschauer die faszinierende über 3000 Jahre alte Geschichte dieses Volkes und seiner Religion erzählt.



Geschichte des Judentums

Zwei Weltreligionen haben im Judentum ihre gemeinsamen Wurzeln. Die Juden, seit vielen Jahren auf der Suche nach einer Heimat, haben Europa wie kaum ein anderes Volk mitgeprägt. Es ist sowohl eine Geschichte über Glanzzeiten, über friedliche Koexistenz, über gegenseitige Befruchtung der Kulturen und Religionen, wie auch eine Geschichte der Entrechtung, der Vertreibung, der Flucht, des Elends und der Vernichtung. Die Verfolgung der Juden setzte nicht erst mit dem Dritten Reich ein, sondern fand hier ihren schrecklichen Höhepunkt.

Immer wieder mussten die Juden früher oder später ihren Siedlungsraum wieder verlassen und erneut auf Heimatsuche gehen. Das europäische Mittelalter, das ohne die jüdische Kultur undenkbar gewesen wäre, war zugleich eine frühe Hochphase der Verfolgung und Entrechtung.

Doch gerade das ständige Leben in der Diaspora, gerade die ständige Bedrohung der Existenz schweißte zusammen, führte zu einer geschärften Identität, zu einem starken Bewusstsein für die eigene Religion und Kultur – und zu einem besonderen Humor.

Der Holocaust in seiner schrecklichen Dimension hat den Blick darauf verstellt: Weder waren die Juden in ihrer abertausendjährigen Geschichte immer nur Verfolgte und Opfer, noch gibt es eine Kontinuität von den religiösen Verfolgungen des Mittelalters bis hin zum Nationalsozialismus.

Wo immer sie waren, schufen sie eine lebendige Kultur, oftmals in friedlicher Koexistenz mit ihren nichtjüdischen Nachbarn, und hinterließen bleibende Spuren.



Ein Beitrag zur Aufklärung

Gerade heute, in Zeiten, geprägt durch Gewalt, gekennzeichnet durch Klischees, Ressentiments und Unkenntnis, ist es besonders wichtig, einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten und den Reichtum, das Positive und die enorme Kulturleistung der Juden herauszustellen. Die Wenigsten können einfache Fragen
über das Judentum beantworten. Nicht nur in Deutschland, auf der ganzen Welt herrschen noch immer uralte Stereotype vor.

Unsere mehrteilige Dokumentation soll einen faszinierenden Einblick in die jüdische Geschichte und Religion sowie das reiche kulturelle Erbe geben, auf dem die abendländische Kultur erst entstehen konnte. Sie soll dazu beitragen, Vorurteile ab- und mehr Verständnis füreinander aufzubauen.



Fünf Jahre Produktionszeit

Über fünf Jahre haben die ARD-Redaktionen und Uwe Kersken mit seiner Produktionsfirma an diesem Projekt gearbeitet. "Dürfen sich gerade Deutsche dieser Geschichte widmen?", wurden wir zu Anfang oft kritisch und skeptisch gefragt.

Die beteiligten Anstalten BR, NDR, RBB, SWR, WDR und ARTE haben das als Herausforderung begriffen, als Auftrag, um sich im Laufe des langen Produktionsprozesses immer wieder mit den Fragen von Verstrickung, Unabhängigkeit und Verantwortung auseinanderzusetzen und sie für die Filme nutzbar zu machen. Auch durch die finanzielle Unterstützung der Filmstiftung NRW sowie der europäischen MEDEA-Förderung wurde es uns möglich, eine differenzierte Sichtweise jüdischer Realität ins Bild zu setzen.

Wichtige Plattform war dabei die Produktionsfirma Gruppe 5, die internationale Reputation auf dem Sektor der historischen Dokumentationen mitbringt und die über die nötige langjährige Erfahrung verfügt, um ein derartiges Großprojekt souverän abzuwickeln.

Das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen: Computer-Generated-Imaging der jüngsten Generation ermöglicht eine realistische Optik, ohne Star-Wars-Schnickschnack und jenseits verklärender Sandalenfilm-Geschichtsklitterung.

So konnten alte jüdische Viertel, prachtvolle Synagogen, antike Städte und legendäre Tempel wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Bei aller Emotionalität und bei aller Opulenz ist das Gesamtwerk hochseriös: Internationale Wissenschaftler standen beratend zur Seite und griffen korrigierend ein, wo Gefahr drohte, über das historisch Belegte hinauszugehen. Prof. Raymond Scheindlin vom Jewish Theological Seminary in New York und Prof. Klaus Davidowicz von der Universität Wien haben das Projekt beratend begleitet, während zusätzlich internationale Wissenschaftler zu spezifischen Themengebieten zu Rate gezogen wurden.

Der Aktuelle Forschungsstand war stets das Maß der Dinge. Hochkarätige Experten präsentieren demzufolge im Film neueste Erkenntnisse zur jüdischen Geschichte: So zum legendären "himmlischen" Jerusalem, zu bisher wenig bekannten Hintergründen des Falls von Massada. Aber auch der spektakuläre Fund eines jüdischen Schatzes in Erfurt und jüngste archäologische Ausgrabungen belegen den Reichtum der jüdischen Kultur.

Der europäische Kulturkanal ARTE wird der Serie einen großen Programmschwerpunkt im Hauptabendprogramm widmen, und im Ersten wird die Serie über sechs Wochen am Sonntagnachmittag zu einer familien-freundlichen Zeit zu sehen sein.

Ich freue mich, dass die vielen Jahre Arbeit so ein positives Ergebnis gefunden haben und dass wir es Ihnen nun zeigen können.


Helfried Spitra
Programmbereichsleiter Kultur und Wissenschaft Fernsehen WDR
und Leiter des Geschichtlichen Arbeitskreises der ARD




Frau stickt Davidstern auf eine Flagge (Bild: WDR/M.Vendlek) lupe Bildunterschrift: Die Geschichte des Davidsterns beginnt um die Mitte des 14. Jahrhunderts in Prag. Erstmals erhalten Juden das Recht, eine eigene Fahne zu führen. ]
Spielszene: Moses Mendelssohn arbeitet an seinen Schriften (Bild: WDR/M.Vendlek) lupe Bildunterschrift: Spielszene: Nachts arbeitet Moses Mendelssohn an seinen Schriften zu Religion und Philosophie. ]

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
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