Tatort
Kirche
SWR-Umfrage: Nur
sechs Bistümer ohne Missbrauchsfälle
Baden-Baden. Deutsche Bistümer räumen mindestens 47 Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester oder andere Kirchen-Mitarbeiter in den vergangenen 30 Jahren ein. Dies ergab eine schriftliche Umfrage des Südwestrundfunks (SWR) anlässlich der ARD-Dokumentation
"Tatort Kirche: Sexueller Missbrauch durch
Priester". Bislang hatten sich lediglich einzelne Bistümer im Zusammenhang mit aktuellen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen über die Anzahl sexueller Übergriffe in ihrem Bistum geäußert.
Die meisten Bistümer gaben dem SWR erst auf wiederholte Nachfrage hin aktuelle Informationen. Von den 27 deutschen Bistümern blieben nach eigenen Angaben bislang nur sechs - nämlich Berlin, Magdeburg, Eichstätt, Görlitz, Passau und Erfurt - von Fällen sexuellen Missbrauchs verschont. Das Bistum Dresden-Meißen verweigerte jede Information, weil
"wir uns mit der Weise der gegenwärtigen Behandlung dieses sensiblen Themas in den Medien nicht einverstanden erklären können." Auch das innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz mit der Vorlage einer Expertise beauftragten Bistum Fulda beantwortete die vorgelegten Fragen nicht. Man warte
"auf die Absprache aller Bistümer im Rahmen der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischöfe in
Fulda."
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