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12.03.2010

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ARD Reportage & Dokumentation

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Rückschau: Killerbrut (WDR)

Die verschwiegene Katastrophe

Film von Meike Hemschemeier

Sendeanstalt und Sendedatum: Sendetermin Montag, 24. August 2009, 21.00 Uhr im Ersten

Gefährlicher als AIDS: Jährlich stecken sich in deutschen Hospitälern bis zu 1,5 Millionen Menschen mit Bakterien an. Foto: WDR lupe Bildunterschrift: Gefährlicher als AIDS: Jährlich stecken sich in deutschen Hospitälern bis zu 1,5 Millionen Menschen mit Bakterien an. ]
Deutsche Ärzte gehen nicht gern ins Krankenhaus, und sie wissen auch, warum. Jedes Jahr infizieren sich in deutschen Kliniken bis zu 1,5 Millionen Patienten mit Bakterien. Bis zu 40.000 Menschen sterben daran - Jahr für Jahr. Das sind weit mehr, als hierzulande dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, mehr als an AIDS oder jeder anderen meldepflichtigen Infektionskrankheit sterben.

"Hochrisiko-Patienten"

In niederländischen Krankenhäusern wird jeder Patient, der kurz zuvor in einem deutschen Krankenhaus war, in Quarantäne gesteckt. Foto: WDR lupe Bildunterschrift: In niederländischen Krankenhäusern wird jeder Patient, der kurz zuvor in einem deutschen Krankenhaus war, in Quarantäne gesteckt. ]
Patienten aus Deutschland gelten in Nachbarstaaten als "Hochrisiko-Patienten". In niederländischen Kliniken kommt jeder, der kurz zuvor in einer deutschen Klinik behandelt worden ist, sofort in Quarantäne. Um zu überprüfen, ob er gefährliche Keime einschleppt.

Der Film begleitet zwei Patienten auf ihrem Weg durch die Krankenhäuser. Beide haben sich ausgerechnet dort gefährliche Infektionen zugezogen, wo sie gesund werden wollten. Eine Patientin hat nach einer Knieverletzung bis heute 39 Operationen über sich ergehen lassen müssen. Jetzt fürchtet sie um ihr Bein. Der andere Patient verstarb nach einer Operation, weil gegen seine Infektion mit resistenten Keimen kein Antibiotikum mehr half.

Ursachen der hygienischen Katastrophe

Nur unter UV-Licht wird deutlich, wie sehr Ärzte, Pfleger und Patienten möglicherweise gefährliche Erreger verbreiten. Foto: WDR lupe Bildunterschrift: Nur unter UV-Licht wird deutlich, wie sehr Ärzte, Pfleger und Patienten möglicherweise gefährliche Erreger verbreiten. ]
Die Autorin geht den Ursachen der hygienischen Katastrophe nach: Verantwortungsloser Umgang mit Antibiotika, Schlendrian in Kliniken, Vertuschung, Ignoranz und der fehlende politische Wille auf Bundes- und Länderebene, die desaströsen Zuständen zu ändern. Obwohl in Nachbar-Staaten wie den Niederlanden und Dänemark seit Jahrzehnten praktiziert wird, dass und wie man die Problematik bekämpfen kann, passiert in Deutschland nicht viel mehr als die Verantwortung hin- und her zu schieben. Die dringend notwendige Aufklärung der Patienten über die Gefahren durch Krankenhausinfektionen bleibt aus.

Wer wissen will, welche Kliniken in Deutschland die größten Probleme mit der Hygiene haben, beißt auf Granit. Für Patienten heißt das: Sie müssen sich in Krankenhäusern behandeln lassen, ohne vorher zu erfahren, wie hoch dort das Infektionsrisiko ist.

Maßnahmen gegen katastrophale hygienische Zustände

Am Studienhospital in Münster lernen angehende Ärzte an Puppen, wie sie die Übertragung gefährlicher Bakterien vermeiden können. Foto: WDR lupe Bildunterschrift: Am Studienhospital in Münster lernen angehende Ärzte an Puppen, wie sie die Übertragung gefährlicher Bakterien vermeiden können. ]
Der Film zeigt auch, dass sich gegen die katastrophalen hygienischen Zustände an deutschen Kliniken durchaus etwas unternehmen ließe. Als Vorbild gelten die Unikliniken Münster, die nach schweren Fällen von Infektionen ein beispielhaftes Programm ins Leben gerufen haben. In den meisten Kliniken jedoch ahnen die Patienten nichts von den Risiken, denen sie ausgesetzt sind. Klaus-Dieter Zastrow von der Gesellschaft für Krankenhaushygiene: "Das ist ein gigantisches Problem. Und was das Dramatische ist, und das, was einem allmählich mal die Galle hochkommen lässt: Es ist leicht zu lösen."

Redaktion: Jürgen Thebrath

 

Service

Das kostenlose Manuskript können Sie als PDF-Datei hier herunterladen

oder per Post anfordern:

WDR Fernsehen
PG Inland
50600 Köln

Einen Mitschnitt können Sie bestellen unter:

mitschnittservice@wdr.de

 

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Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 24.08.2009. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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