Langbeinige Schönheiten aus Südamerika
Mähnenwölfe – elegante RaubtiereBei Gefahr drohend aufgestellte, dunkle Schultermähne, spitze Schnauze, rötlich braunes Fell und unendlich lange Beine: Der Mähnenwolf ist mit einer Schulterhöhe von über 80 Zentimetern ein großes, elegantes Raubtier. Allerdings ist sein deutscher Name etwas irreführend, denn der Vertreter der Hundefamilie hat mehr mit Füchsen als mit Wölfen gemeinsam: In Paraguay heißt er daher "großer Fuchs".
Zu Hause ist er in den Savannen und Trockenbuschwäldern Zentralsüdamerikas, wo er sich mit eher kleiner Beute bescheidet: mit Mäusen, Vögeln, Echsen, Fröschen, Schnecken und mit pflanzlicher Kost wie Wurzeln und Früchten. Denn die langen Beine benötigt der Mähnenwolf nicht als schneller Jäger – seine Beute erlegt er nach Fuchsart in einem einzigen großen Satz. Vielmehr helfen ihm die "Stelzen", sich im hohen Savannengras einen besseren Überblick zu verschaffen. Eine weitere Eigenheit: Mähnenwölfe pflegen den Passgang wie die Kamele, was für ein Raubtier besonders ungewöhnlich ist.
Außerhalb der Paarungszeit führen Mähnewölfe in der Natur ein Eigenbrötlerdasein, dennoch lassen sie sich in Zoos gut paarweise halten. Nach etwas über 60 Tagen Tragzeit bringen die Fähen meist ein bis fünf Junge zur Welt – anfangs noch blind und im Gegensatz zu den Eltern fast schwarz bepelzt – und bleiben mit ihnen die ersten Wochen in der Wurfhöhle. Zwei bis drei Monate säugt die Mutter die Kleinen, bevor sie auf feste Nahrung umsteigen. In der Wilhelma erhalten die Mähnenwölfe dabei eine gesunde Mischkost aus Obst, Fleisch und Reis.
Trotz gesetzlichem Schutz in Brasilien und Argentinien steht der Mähnenwolf auf der Roten Liste der bedrohten Arten, denn die Menschen dringen unaufhaltsam in seinen Lebensraum ein. In diesem Sinne ist Nachwuchs einerseits für den Arterhalt sehr willkommen, andererseits machen die Tiere im Zoo als "Botschafter" die Besucher auf Schönheit und Bedrohung seiner Art aufmerksam.
(Quelle: Wilhelma)



