"Man muss Nervenstärke zeigen"
Gespräch mit Olympiasieger Matthias Steiner
Mit dabei bei "Deutschlands größtem Gedächtnistest" ist Gewichtheber Matthias Steiner. Wie sich der stärkste Mann der Welt geistig fit hält, verrät er im Interview mit DasErste.de.
DasErste.de: Ist das Gedächtnis in Ihrem Sport wichtig?
Matthias Steiner: Im Sinne von Merkfähigkeit nicht, aber man muss lernfähig sein. Wenn der Trainer sagt, du machst das falsch, musst du es ändern können. Dann musst du es auch so lernen können, dass es auch automatisiert wird. Da gibt es welche, denen erklärt man es hundertmal und danach ist es immer noch falsch. Und dann ist mit Sicherheit auch die Konzentration wichtig. Man muss Nervenstärke zeigen.
Wie haben Sie sich auf "Deutschlands größten Gedächtnistest" vorbereitet?
Ich glaube, das kann man gar nicht. Natürlich habe ich es versucht und mir über das Internet IQ-Tests besorgt. Aber ich glaube, das bringt gar nichts, da man sowieso nicht weiß, was dran kommt und welche Fragen gestellt werden.
In "Deutschlands größtem Gedächtnistest" wird nicht nur das Gedächtnis getestet. Auch andere Fähigkeiten wie Konzentration, Logik, räumliche Vorstellung und Kreativität werden geprüft. Wo glauben Sie liegen Ihre Stärken?
Uiuiui (Matthias Steiner atmet tief ein), ich könnte mir das im räumlichen Vorstellungsvermögen und auch im Merken sehr gut vorstellen.
Es liegt Ihnen also sich Dinge einzuprägen?
Naja, das ist so eine Sache. Zahlen kann ich mir gut merken, Namen aber nicht. Ich kann manchmal logisch denken, aber manchmal auch zu kompliziert.
Können Sie sich die Geburtstage oder Telefonnummern von Familie und Freunden merken?
Telefonnummern weniger. Heutzutage speichert man sie automatisch im Handy, aber die wichtigsten Geburtstage von Eltern, Geschwistern und Freunden habe ich schon im Kopf.
Haben Sie ein Rezept gegen die Vergesslichkeit. Einen Tipp, was hilft, wenn ich mir wirklich etwas einprägen möchte?
Ich glaube, da hat jeder ein anderes System, da es bei jedem anders ist. Aber gegen die Vergesslichkeit wäre es ganz gut, immer wieder was zu lesen.
Also was für die "Birne" tun?
Ja genau. So wie man was für seinen Körper tut, muss man auch was für seine Birne tun.
Sie sind ja 26 Jahre alt. Wie schätzen Sie denn Ihr geistiges Alter ein?
Keine Ahnung. Da ich ja weder Student bin, noch in einem Beruf arbeite, wo ich sehr viel lesen muss, schätze ich mich nicht so ganz vorne, also ganz jung, ein.
Ich wünsche Ihnen das Beste und drücke Ihnen auf jeden Fall die Daumen.
Das Gespräch führte: Björn Lilienthal



