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Zehn Stunden Drehzeit jeden Tag bedeutet für die meisten Teammitglieder mindestens einen Arbeitstag von 12-14 Stunden. Unsere Maskenbildner Nicole und Lisa z. B. sind mit den Schauspielern oft schon zwei Stunden vor Drehbeginn in der Maske, nach Drehende waschen und bügeln sich die Hemden nicht von allein und die Sets müssen auch vor und nach Dreh eingerichtet und wieder aufgeräumt werden. Ich schaue mir nach Drehende die Muster vom Vortag an und bespreche mit Helge, dem Kameramann oft noch die Szenen für den nächsten Tag. Wer also mit dem Gedanken spielt, irgendeinen der vielen Filmberufe zu ergreifen, der sollte sich darüber bewusst sein, dass man große Abstriche machen muss. Für Privatleben, Familie oder Hobbys bleibt kaum Zeit.
Um so mehr wird es die meistern verwundern, dass trotz dieser Zeiten pro Tag im Schnitt nur ca. fünf Minuten Film geschafft werden. Woran liegt das?
Nun, das hat damit zu tun, dass Geld.Macht.Liebe ein sogenanntes Hochglanzprodukt ist. Damit meint man, dass jede Szene mit besonders viel Sorgfalt gedreht wird. Maske, Kostüm, Ausstattung, Requisiten, das muss alles perfekt sein. Der größte Zeitfaktor ist aber die Lichtgestaltung. In Hollywood schaut der DOP (Director of Photography) nicht mehr selbst durch die Kamera, dafür hat er seinen "Schwenker", er selbst ist vor allem für das Licht zuständig. Man sagt auch, dass ein guter Kameramann nicht Licht macht, sondern Schatten. Nur hell ist einfach, aber einem Bild Glanz zu verleihen, eine Tiefe, ein Geheimnis, das ist schon eine besondere Kunst. Viele Bücher wurden darüber geschrieben, ganze Abhandlungen, und jeder Kameramann hat darüber hinaus seine ganz individuellen Vorlieben. In Innenmotiven wird praktisch die komplette Lichtgestaltung durch Lampen hergestellt, die Helligkeit der Sonne spielt kaum eine Rolle. Damit das alles ein Gesicht bekommt, hat der Kameramann Unterstützung von meist drei bis vier Beleuchtern und einem Oberbeleuchter. Die haben ordentlich zu schleppen, denn die Lampen, Stative und Kabel sind schwer. Erste Regel ist, dass die Schauspieler gut aussehen, Frauen sollen hübsch sein (sie haben auch nichts dagegen, wenn sie jünger wirken als sie sind), Männer wollen markant sein wie Westernhelden. Alles eine Frage des Lichts. Schauspielerinnen wissen, warum sie sich mit dem Kameramann gut stellen sollten, er kann sie nämlich nicht nur hübsch, sondern auch krank aussehen lassen.
Euer
Helmut Metzger