Inhalt.
Hauptnavigation.
Weitere Inhalte.
Heute ging der Dreh länger, es war erst um 19:30 Uhr Schluss. Ich ärgere mich darüber, weil ich will, dass jeder im Team seine Zeit für die Erholung hat. Dreharbeiten sind anstrengend und ohne Erholungszeit wird einem die Energie aus dem Körper gesaugt. Das rächt sich irgendwann. Ganz besonders, wenn man eine Strecke von fünf Monaten vor sich hat.
Die heutige Überstunde war nicht abzusehen. Wir hatten flott angefangen, dann aber nach einem Motivumzug Zeit verloren: Neues Motiv, die Schauspieler Angela Roy, Johannes Zirner und Philip Hauß hatten ihren ersten Drehtag (da gibt es einiges zu besprechen). Weiterhin 20 Komparsen, einen Klavierspieler, der Johannes' Hände doubelt, eine auf Nacht abgehängte Pianobar. Alles Punkte, die nicht auf die Minute planbar sind. Jedenfalls zerrinnt die Zeit und man fragt sich am Ende, warum es schon so spät ist.
Zusätzlich wurde ich heute kurz vor vier Uhr nachmittags mit der Information konfrontiert, dass Philipp Hauß um fünf Uhr zum Flughafen muss. Er habe Proben im Burgtheater. Ich hätte darauf beharren können, ihn in den noch verbleibenden zwei Einstellungen dazubehalten. Dann hätte er den Flieger und auch die Probe verpasst. Das wollte ich nicht, also habe ich nach einem Kompromiss gesucht und dann die letzte Einstellung ohne ihn gedreht. Es war eine Naheinstellung auf Johannes Zirner, Philipp sollte eigentlich im Anschnitt sein. Ich habe Johannes dann "groß" ohne Anschnitt gefilmt und die Sätze von Philipp selbst im off (also nicht im Bild) gesprochen. Johannes Zirner war so freundlich, mich als Partner zu akzeptieren (er hat trotzdem gut gespielt!)
Ich werde die eben beschriebene Szene als Videoclip anhängen. Die Stimme im off bin ich.
Euer
Helmut Metzger