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09.02.2012

Geld.Macht.Liebe
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Tagebuch – Nach dem 27. Drehtag

Donnerstag, 19. März 2009  

Komparsen

Komparsen sind Menschen, die im Bild zu sehen sind, aber keinen Text haben und auch sonst keine dramaturgische Rolle spielen. Gäste in einem Restaurant, Passanten auf der Straße, Patienten im Flur eines Krankenhauses. Viele Studenten und auch Rentner verdienen sich so etwas hinzu, aber man braucht zusätzlich eine große Portion Idealismus, denn reich wird man als Komparse nicht.

Die oben genannten Einsatzgebiete für Komparsen sind vergleichsweise leicht zu bewältigen, aber heute hatten ich eine Pressekonferenz zu inszenieren und da waren die 30 Journalisten, die die Komparsen zu "geben" hatten, doch erheblich mehr gefordert. Da mussten sie auf verschiedene Stichworte unterschiedlich reagieren und so tun als wären sie sehr interessiert am Geschehen. Roland Koch, alias Markus von Rheinberg, gab eine Presseerklärung mit brisantem Inhalt und die Komparsen sollten z. B. aufspringen und Fragen stellen. Der Höhepunkt war dann das Ende der Erklärung, da sollten alle wild durcheinander reden und laut mehr Einzelheiten einfordern. Das alles ist nicht so leicht. Man muss genau zuhören und zum richtigen Zeitpunkt einsetzen, noch dazu mit passendem Ausdruck und Gefühl. Kurz: im richtigen "Timing". Meine Assistentin Adelheid, die den größten Teil der Komparsenführung zu bewältigen hat, ist in den seltensten Fällen wirklich zufrieden und lässt nicht locker, bis alles so sitzt, wie sie es sich vorstellt. Hin und wieder pfusche ich ihr auch mal liebevoll ins Handwerk und bremse sie, weil ich das Ergebnis schon längst zufriedenstellend finde. Erschwerend für die Komparsen ist weiterhin, dass sie immer wieder mit demselben Nachdruck wie beim ersten Mal die Sache wiederholen müssen, solange bis alle Takes im Kasten sind. Das ist viel schwieriger als es klingt. Von Schauspielern kann man erwarten, dass sie das können, das genau ist ja ihr Job! Aber Komparsen (im Theater sagt man "Statisten") haben keine Ausbildung und sie werden oft genauso hart rangenommen wie die Profis. Wenn sie dann noch an einen cholerischen Regisseur geraten, kann so ein Drehtag oft zu einer argen Qual werden. Aber ich habe Verständnis mit den Laien. Ich bleibe geduldig!


Euer
Helmut Metzger

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