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09.02.2012

Geld.Macht.Liebe
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Tagebuch – 42. Drehtag

Freitag, 24. April 2009  

Nachtdreh

Nachtdrehs sind etwas ganz Besonderes. Sie sind außergewöhnlich in beiden Extremen, den guten wie den schlechten. Gut ist, die Stimmung, die solche Drehs haben, da liegt ein ganz besonderer Zauber über dem Set, etwas Magisches. Schlecht sind die kalten Füsse und die Müdigkeit, die sich ab Mitternacht in den Körper schleicht. Das Frösteln, wenn man sich mit schweren Knochen endlich frühmorgens bibbernd ins Bett einmümmelt. Und die Langsamkeit, die dann den ganzen nächsten Tag bestimmt.

Nachtdrehs reißen einen aus seinem Rhythmus, aber darin liegt ja auch der Reiz. Man lernt sich und andere unter solchen Umständen besser kennen.

Klar, dass der Kameramann (und seine Truppe) nachts die größte Herausforderung hat, denn er entscheidet ganz allein, wie das Bild aussieht. Da spielt die Sonne eben keine Rolle mehr. Für Nachtdrehs gibt es oft lange Vorbauzeiten, die Mannschaft wird mit Zusatzbeleuchtern verstärkt. Da werden tagsüber schon Kabel gezogen und riesige Steiger eingeparkt. Wenn es regnet wird die Maschinerie noch langsamer, aber es gibt keinen Zweifel daran, dass man das Programm durchzieht, deswegen fügen sich alle in ihr Schicksal und arbeiten beständig weiter in der Gewissheit, dass auch diese Nacht spätestens vorbei ist, wenn es hell wird.

In seltenen Fällen kommt es vor, dass man von der Morgensonne begrüßt wird und man so "drüber" ist, dass die Müdigkeit mit dem anbrechenden Tageslicht verfliegt. Dann sitzt man noch zufrieden mit den anderen zusammen und nuckelt an der Wasserflasche und ist einfach nur froh, dass man wieder einen Tag, bzw. eine Nacht geschafft hat.


Euer
Helmut Metzger

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