Wer war Goebbels eigentlich? Dieser Mann, der selbst
sein Ende noch effektvoll in Szene setzte? Ein
berechnender Karrierist? Ein fanatischer Ideologe?
Andrea Morgenthaler entwirft in ihrer dreiteiligen
Dokumentation ein vielschichtiges Psychogramm dieses
Mannes. Drei Folgen, die Goebbels' Leben erzählen -
seine Prägungen, sein Persönlichkeitsprofil, sein
Denken und Handeln, seine Verbrechen.
"Die Leiche des Mannes war von niedrigem Wuchs,
der Fuß des rechten Beines steckte in halbgekrümmter
Stellung (Klumpfuß) in einer angekohlten
Metallprothese; darauf lagen die Überreste einer
verkohlten Parteiuniform der NSDAP und eines
angesengten Goldenen Parteiabzeichens; bei der
verkohlten Leiche der Frau wurde ein angesengtes
goldenes Zigarettenetui entdeckt; auf der Leiche ein
Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP und eine
angesengte goldene Brosche. Zu Häupten der beiden
Leichen lagen zwei Walther-Pistolen Nr. 1."
Am 2. Mai 1945 gegen 17 Uhr betraten drei
sowjetische Offiziere den Garten der Reichskanzlei.
Nur wenige Meter vom Notausgang des "Führerbunkers"
entfernt entdeckten sie die Leichen von Joseph
Goebbels und seiner Frau Magda; ihre toten Kinder
Helga, Hilde, Helmut, Holde, Hedda und Heide hatte
man bereits zuvor im "Kinderzimmer" des Bunkers der
Reichskanzlei gefunden. Magda Goebbels hatte nur
wenige Stunden vor ihrem eigenen Tod die Ermordung
der Kinder selbst in die Wege geleitet.
Joseph
Goebbels war der einzige NS-Minister, der im Bunker
bei seinem "Führer" bis zum letzten Moment
ausharrte. "In dem Delirium von Verrat", das den
"Führer" umgebe, müsse es wenigstens einige geben,
"die bedingungslos und bis zum Tode zu ihm halten,"
schreibt er in einem Nachtrag zu Hitlers politischem
Testament. Keine Einsicht, keine Reue.