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09.02.2012

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Götz George
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Kurzinterview mit Götz George zum Film "Schokolade für den Chef"


Das Erste: Herr George, was charakterisiert den Schokoladenfabrikanten Ernst Schmitt, was ist er für ein Typ?

Götz George: Wie alle sehr reichen Männer ist er launenhaft, größenwahnsinnig, sentimental – mit einer schönen Prise Humor. Ohne den geht es in der Kunst eben nicht. Später neigt Schmitt – Gott sei Dank – auch zur Großzügigkeit. Also ein Charakter, der mir eigentlich nicht so sympathisch ist, aber für einen Schauspieler reizvoll zu spielen.


Das Ausschlachten von traditionsreichen Firmen, die keinen Profit mehr bringen, ist eine Zeiterscheinung. Auch Herr Schmitt möchte seine Firma vor dem Verkauf und damit vor dem Zugriff eines ehrgeizigen Jungmanagers retten. Gefiel Ihnen dieser Zug an Schmitt, da er sich damit ja auch ein Stück als Bewahrer einer humanen Wirtschaftsgesellschaft erweist?

Das Ausschlachten von Firmen ist heute in der Tat bedauerlicherweise an der Tagesordnung. Es bleiben nicht nur die Arbeitnehmer auf der Strecke, vor allem wird der Arbeitgeber geschädigt. Das wird er Jahre später merken, wenn’s ums Abrechnen geht und er zugeben muss, dass er nichts gewonnen, sondern nur verloren hat. Denn die Seele ist auf der Strecke geblieben.


Was fällt Ihnen leichter zu spielen – das Drama oder die Komödie?

Für einen Komödianten sind beide Aufgabenstellungen gleich schwer – oder auch leicht. Es kommt auf den Dichter an, was er uns vorgibt.


Sie haben einmal gesagt: 'Fantasie ist alles im Schauspielerberuf'. Und Sie sind einer der wenigen deutschen Schauspieler, die sich immer wieder neu erfinden können. Beruht Ihre enorme Wandlungsfähigkeit auch auf dieser Fähigkeit?

Die Fantasie ist, glaube ich, für einen Künstler die Grundvoraussetzung. Ohne Fantasie kann der Maler keine Farbe anschaulich auf die Leinwand bringen, der Musiker keine klangvolle Komposition zustande bringen und der Schauspieler keinen Charakter zum Leben erwecken, der dem Menschen verständlich wird und ihm nahe kommt.



Götz George als Ernst Schmitt, Chef eines multinationalen Lebensmittelkonzerns (Bild: ARD Degeto/Martin Menke) lupe Bildunterschrift: Götz George als Ernst Schmitt, Chef eines multinationalen Lebensmittelkonzerns ]

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