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Samaras - der Wahlsieger

 (Bild: dpa)

Schon einmal sah sich Antonis Samaras seinem Ziel ganz nahe: Als seine konservative Nea Dimokratia (ND) Anfang Mai als stärkste Kraft aus der ersten Parlamentswahl hervorging, erhielt er den Auftrag zur Regierungsbildung. Aber die heillos zerstrittenen Parteien Griechenlands konnten sich nicht auf eine Koalition einigen, die Parlamentswahl wurde wiederholt. Nun ist die ND wieder Wahlsieger. Diesmal hat der 61-jährige Samaras für eine Regierungsbildung etwas bessere Karten.

Mit allen Mitteln wollte Samaras an die Macht - und schreckte auch vor harten Bandagen nicht zurück. Trotz der Schuldenkrise bekämpfte der konservative Parteichef die von den internationalen Kreditgebern auferlegte Sparpolitik.

Lange Zeit beäugten die EU-Partner den Sprössling einer wohlhabenden Familie aus Messenien auf der Halbinsel Peloponnes skeptisch. Schließlich hat sich der Vater von zwei Kindern, der am 23. Mai seinen 61. Geburtstag feierte, in seiner langen politischen Karriere oft durch Starrköpfigkeit hervorgetan.

1989 übernahm Samaras sein erstes Ministeramt, als er in der Regierung von Kostas Mitsotakis erst Wirtschafts- und dann Außenminister wurde. Dabei gab er sich so als Hardliner, dass er 1992 aus der Nea Dimokratia ausgeschlossen wurde. Er gründete  seine eigene nationalistische Partei „Politischer Frühling“ - mit geringem Erfolg.

2004 schloss sich Samaras wieder der Nea Dimokratia an und wurde Abgeordneter im Europaparlament. Im Januar 2009 wurde er Kulturminister in der Regierung von Kostas Karamanlis, die jedoch schon neun Monate später abgewählt und im Oktober 2009 von Papandreou abgelöst wurde. Bei einer Kampfabstimmung gegen die frühere Außenministerin Dora Bakoyannis wurde Samaras Parteichef und damit Oppositionsführer.

In dieser Rolle war Samaras eigentlich immer dagegen: Während sein Heimatland seit Anfang 2010 auf den Staatsbankrott zusteuerte und zweimal um Milliardenhilfen bitten musste, weigerte er sich beharrlich, im Parlament den Sparbeschlüssen der sozialistischen Regierung zuzustimmen. Stattdessen sprach sich Samaras weiter unbeirrt für Steuersenkungen aus und bezeichnete die Krisenpolitik der EU als falsch.

Im vergangenen November hatte der Oppositionschef dann keine andere Wahl, als der Bildung eines Übergangskabinetts unter dem früheren Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, zuzustimmen. Er tat sich aber weiter sichtlich schwer damit, dass seine Konservativen nun zusammen mit der sozialistischen PASOK-Partei von Papandreou regieren mussten, mit dem er beim Studium am Amherst College in den USA einst ein Zimmer teilte.

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 18.06.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
Mo, 18.06.12 | 13:00 Uhr
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