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Flüchtlingshilfe 2.0

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Flüchtlingshilfe 2.0 | Video verfügbar bis 23.08.2016

Immer mehr Deutsche versuchen, den Flüchtlingen praktisch zu helfen. Privatinitiativen organisieren sich dafür zunehmend online. Ein Überblick.

Arbeit

Das bekannteste Online-Angebot für Flüchtlinge ist das Berliner Startup „Workeer.de“. Es ist die „erste Jobbörse für Geflüchtete und Arbeitgeber, die ihnen eine Chance geben wollen“. Über 400 Arbeitgeber sind aufgelistet und fast so viele Arbeitssuchende. Die finden dort unkompliziert per Mausklick zusammen. Und das kostenlos. Entstanden ist das Projekt im Rahmen einer Bachelorarbeit.

Wohnen

Auch Wohnraum wollen viele Menschen anbieten. Besonders Studierende und alle, die in Wohngemeinschaften leben, gehören dazu. Ebenfalls in Berlin gegründet wurde dafür die Plattform „Flüchtlinge-Willkommen.de“. Mittlerweile inserieren Menschen aus ganz Deutschland und bieten Geflüchteten ein Zimmer. Die Website vermittelt dann passende Anwärter und hilft unter anderem dabei, die Miete über Spenden zu finanzieren.

Angebote

Die Journalistin Birte Vogel wollte Ordnung ins Chaos aus spontan gegründeten Hilfsangeboten und Freiwilligen bringen. Sie hat eine virtuelle Deutschland-Karte angelegt, auf der sich Hilfsangebote wie Unterkünfte, Sprachunterricht oder Spendensammelstellen eintragen können. Nach mehreren Aufrufen, haben sich hunderte Stellen gemeldet. Die Karte auf der Seite wie-kann-ich-helfen.info bietet einen umfassenden Überblick für alle, die helfen wollen oder Hilfe suchen.

Petitionen

Wer eine Petition anstoßen oder unterschreiben möchte, tut auch das heutzutage oft online. Dazu gibt es Plattformen wie zum Beispiel die Seite openpetition.de. Wer dort über das Suchfenster nach Schlagworten rund ums Flüchtlingsthema sucht, kann gezielt Petitionen unterschreiben, die Flüchtlingen helfen sollen oder eine eigene Eingabe machen. So lässt sich auch von zu Hause aus etwas bewegen.

Sammeln

Geld sammeln kann man im Internet für ein eigenes Projekt am besten per Crowdfunding. Um für andere Hilfsprogramme zu sammeln gibt es auch vielfältige Möglichkeiten: Auf den Seiten der UN-Flüchtlingshilfekann man sich Banner beschaffen und sie auf der eigenen Homepage schalten, um zum Spenden aufzurufen. Eine ungewöhnlichere Methode ist die Suchmaschine benefind: Für jede zweite Suche wird ein Cent an eine Organisation der Wahl gespendet. Auch wer beim Online-Einkaufüber die Seite Planethelp.de auf die gängigen Shops zugreift, tut damit etwas Gutes: Pro Einkauf geht Geld aus Werbeeinnahmen an eine Hilfsorganisation.

Informationen

Die UN-Flüchtlingshilfe bietet online außerdem zahlreiche Informationen an, darunter kostenlose Broschüren und Unterrichtsmaterialien. Dazu zählt auch ein Online-Spiel, das keinen Spaß macht: In „Last Exit Flucht“ schlüpft der Spieler in die Rolle eines Flüchtlings und durchlebt Unterdrückung, Krieg und Flucht. Diese besondere Art der Sensibilisierung wurde bereits mit einem Preis ausgezeichnet.

Besonders praktisch, um sich lokal zu informieren und zu organisieren, sind Facebook-Gruppen. Wer auf Facebook im Suchfenster die Schlagworte „Flüchtlinge Willkommen“ eingibt, findet Gruppen für unzählige deutsche Städte und Gemeinden. In so einer Gruppe kann man schnell und einfach Kontakt zu anderen Helfern finden, sich Projekten anschließen oder eigene Ideen vorschlagen.

Stand: 26.08.2015 12:33 Uhr

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