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Buchtipp "Um die Welt"

von Thomas Schindler

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• Helge Hesse: Bilder erzählen Weltgeschichte
Deutscher Taschenbuch Verlag 2012, 336 Seiten, 24,90 Euro

Helge Hesse schreibt populäre Sachbücher. Für den Laien verständlich und auf Anschaulichkeit konzentriert, legt der Autor Bücher vor, die gut informierte Leser wohl als oberflächlich abtun werden. In seinem neuen Buch „Bilder erzählen Weltgeschichte“ lädt Helge Hesse zu einem Streifzug durch die Jahrtausende ein, der Kunst- mit Weltgeschichte kombiniert.

Helge Hesse: Bilder erzählen Weltgeschichte. (Bild: DTV)Bildunterschrift: Helge Hesse: Bilder erzählen Weltgeschichte. ]

Es geht ihm um „erzählte Geschichte in der Malerei (…) jedes Bild hält einen historischen Moment fest, oft einen Wendepunkt, Umbruch, Meilenstein, und erzählt zugleich Wissenswertes über seinen Schöpfer.“ Eine Analyse kunsthistorischer Merkmale wird vernachlässigt, die Bilder dienen viel eher nur als Basis, um dann etwa Napoleons Niederlage und Rückzug aus Russland anzureißen. Auch Alltagsgeschichte findet man hier wieder, etwa Saltzmanns Darstellung der ersten elektrischen Straßenbeleuchtung in Berlin. Gerhard Richters künstlerische Verarbeitung der Anschläge vom 11. September und Sandow Birks "Die Befreiung von Bagdad" sind die Endpunkte dieser Bilderzeitreise.

John Jeremiah Sullivan: Pulphead. Vom Ende Amerikas
Suhrkamp Verlag 2012, 298 Seiten, 20 Euro.

Dies ist eine Textsammlung des Starjournalisten John Jeremiah Sullivan. 15 Reportagen liegen nun in deutscher Übersetzung vor, die man schlichtweg brillant nennen muss. Subjektiv, literarisch (okay, daher hier und da auch einen Tick zu geschwätzig), mit viel Humor und einer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe sind diese Texte verfasst. Der Untertitel der deutschen Ausgabe „Vom Ende Amerikas“ will sich mir nicht erschließen.

John Jeremiah Sullivan: Pulphead (Bild: Suhrkamp Verlag)Bildunterschrift: John Jeremiah Sullivan: Pulphead ]

Amerika mag es mal besser gehabt haben, einen Abgesang, wie ihn der Untertitel suggeriert, hat Sullivan nicht vorgelegt. Ich kann Sie nur einladen, sich auf diese Texte einzulassen. Erhellende, traurige und streckenweise urkomische Beobachtungen, die der Autor bei einem Familienausflug nach Disney World oder auf einem Konzert von Guns N´ Roses macht.

Frank Jacobs: Seltsame Karten. Ein Atlas kartographischer Kuriositäten
Liebeskind Verlag 2012, 125 Seiten, 29,80 Euro.

Und dann hab ich noch einen Atlas für Sie, zusammengestellt von einem Kartenfreak. Der belgische Autor Frank Jacobs sammelt für sein Leben gern kuriose Karten. Er sagt selbst von seinem Buch: „Dies ist vermutlich der unmöglichste, unvollständigste und fehlerhafteste Atlas, den sie jemals in den Händen halten werden.“

Frank Jacobs: Seltsame Karten (Bild: Liebeskind Verlag)Bildunterschrift: Frank Jacobs: Seltsame Karten ]

Ein Buch also für Liebhaber kartographischer Sonderbarkeiten und Absurditäten. Die erläuternden Texte sind kurz und angenehm verständlich gehalten, so dass sich die Karten jedem Leser unmittelbar erschließen. Man erfährt von historischen Irrtümern (Kalifornien sei eine Insel), Spielereien (ein weltumspannendes Metro-Netz) oder – mein Highlight – Neil Armstrongs Mondspaziergang anhand eines Fußballfelds dargestellt. Sehr unterhaltsam!

Info-Box: Autor: Thomas Schindler
Kamera: Alfred Waldner
Schnitt: Penelope Muenzner
Grafik: Manfred Schmidt, Jean-Marc Razakandrainy

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 21.11.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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Sendetermin
Mi, 21.11.12 | 05:30 Uhr