SENDETERMIN Mi, 05.10.16 | 05:30 Uhr | Das Erste

Buchtipp "Sport"

von Thomas Schindler

PlayPhilipp Winkler, Thomas Schindler
Buchtipp "Sport" | Video verfügbar bis 05.10.2017

Philipp Winkler: Hool

Roman. Aufbau-Verlag, 311 Seiten, 19,95 Euro

Für den deutschen Buchpreis und somit nominiert als einer der fünf besten Romane des Jahres: Hool, das Debüt von Phillip Winkler.
Sport ist hier die Bühne für Frust und Aggression. Die Hauptfigur Heiko Kolbe ist kein friedlicher Fan, sondern ein Hannoveraner Hooligan, ein Außenseiter aus zerrütteten Verhältnissen, der in diesem Milieu Kameradschaft und Anerkennung findet.
Es gelingt ihm, den Leser in diese Welt eintauchen zu lassen, und weit mehr in der Hauptfigur zu sehen als nur einen Schläger.

Aus "Enzyklopädie der vergessenenen Sportarten"
Aus "Enzyklopädie der vergessenenen Sportarten"

Edward Brooke-Hitching: Enzyklopädie der vergessenen Sportarten

Liebeskind Verlagsbuchhandlung 2016, Hardcover, 256 Seiten, 29 Euro

Sport war und ist ja eigentlich eine recht bizarre Angelegenheit, die sich die Leute freiwillig seit ewigen Zeiten antun Wir finden heute gar nichts Seltsames dabei, wenn Abertausende recht putzig gekleidete Menschen gegen die Uhr oder den inneren Schweinehund anrennen und sich quälen, und manch einem macht das sogar noch Spaß!

Aber werfen wir einen Blick zurück auf äußerst kuriose und mitunter recht gefährliche Leibesertüchtigen, die heute keiner mehr kennt: Edward Brooke-Hitching hat sie dokumentiert, in seiner überaus unterhaltsamen Enzyklopädie der vergessenen Sportarten. Zurecht vergessene Sportarten sind darunter, für die man total lebensmüde sein musste, wie das Wasserfallreiten, oder Ballonspringen, von dem überliefert ist, dass das Sicherheitsrisiko "leider nie unterhalb von regelmäßige Todesfälle gesenkt werden konnte“.

Mein persönlicher Held in diesem Buch ist: Alvin Kelly. Der Hollywoodstuntmen glänzte in der Sportart „Fahnenmastsitzen“, bei der es genau darum ging, was man vermutet: Im Jahre 1930 in Atlantic City hielt er sich 15 Meter über dem Boden, 49 Tage auf einem Fahnenmast. Entsetzt schaut man als heutiger Leser auf die Sitten und Bräuche, wo Tiere öffentlich dahingemetzelt wurden: Aalziehen, Schweinestechen oder Fuchsprellen etwa, ein zweifelhaftes Vergnügen, bei dem man Füchse auf gespannten Laken in die Luft schleuderte.

Ein Geschichtsbuch der besonderen Art. Sehr unterhaltsam. Aber bitte nicht nachmachen!

Stand: 18.10.2016 11:06 Uhr

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