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Kinotipp: "Coco" und "Die Vierhändige"

von Ingrid Bartsch, Filmexpertin

Kinotipp ""Coco" und "Die Vierhändige" | Video verfügbar bis 31.12.2017

Coco

"Coco" ist das neue Animationsfeuerwerk aus der Pixar Werkstatt ("Toy Story", "Alles steht Kopf"). Man könnte den Film als Antwort auf Trumps Mauerpläne sehen: er spielt komplett in Mexiko und kommt ohne amerikanische Charaktere aus. Auch das Kreativteam ist voller Mexikaner*innen. Allerdings begannen die Vorbereitungen dafür lange vor Trumps Präsidentschaft.

Im Mittelpunkt steht der kleine Miguel, der am "Tag der Toten" (in Mexiko ein großer Feiertag) durch verwickelte Umstände bei der verstorbenen Verwandtschaft im Totenreich landet. Dort sucht er nach einem Familiengeheimnis und nach einem berühmten mexikanischen Musiker (dt. Stimme: Heino Ferch).

Sehr bunt, virtuos, musikalisch und für deutsche Kinder sicher schwerer zu verstehen als für amerikanische, weil uns die Kenntnisse zu mexikanischen Bräuchen fehlen und die Story nicht einfach ist.

Szene aus "Die Vierhändige"
Die Schwestern Jessica (Friederike Becht) und Sophie (Frida-Lovisa Hamann) haben eine schwere Kindheit zu verarbeiten …

Die Vierhändige

Aus der ungewöhnlich großen Auswahl deutscher Filmstarts diese Woche, habe ich nicht "Der Mann aus dem Eis" gewählt, weil ich die Geschichte nicht überzeugend finde.

Stattdessen "Die Vierhändige": ein Thriller um zwei Schwestern, die nach einem schlimmen Verbrechen in ihrer Kindheit weiterhin in ihrem Elternhaus zusammenleben. Sophie (Frida-Lovisa Hamann) will Pianistin werden und ist ganz gesund. Ihre etwas ältere Schwester Jessica (Friederike Becht) hingegen ist übermäßig beschützend und offenbar von Ängsten verfolgt. Als die Täter von damals aus der Haft entlassen werden, spitzt sich die Situation dramatisch zu.

Hervorragende Besetzung, großartige Breitwandbilder, ein echt packender Kinothriller.

Stand: 11.12.2017 16:16 Uhr