SENDETERMIN Do, 22.02.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Kinotipp "Die Verlegerin" und "Docteur Knock"

von Ingrid Bartsch, Filmexpertin

Szene aus "Die Verlegerin"
Szene aus "Die Verlegerin" | Bild: Verleih/Produktion

Die Verlegerin

Der neue Film von Steven Spielberg beruht auf einer wahren Geschichte. 1971 gab ein Whistleblower Unterlagen weiter, die verrieten, dass mehrere Präsidenten und Regierungen seit Jahrzehnten die Öffentlichkeit über den Vietnamkrieg belogen haben.

Zunächst wollte die New York Times einen Teil der sogenannten Pentagon-Papiere veröffentlichen, wurde aber gerichtlich daran gehindert. Dann bekam die Washington Post die Unterlagen. Ihr Chefredakteur Ben Bradlee (Tom Hanks) und die Redaktion machten sich an die Arbeit, doch auch hier drohten Verbote und der Ruin der börsennotierten Zeitung, falls man sich gerichtlich nicht durchsetzen könnte.

Die Verlegerin Kathrine (Kay) Graham (Meryl Streep) war im Beruf unerfahren, keine Journalistin und wurde von den Männern in Washington nicht ernst genommen. Zudem war sie ein Teil der Washingtoner Upper Class, sie saß also regelmäßig mit den lügenden Politikern an einem Tisch. Dennoch entschied sie sich zur Veröffentlichung und begründete mit dieser historischen Entscheidung den Ruhm der Washington Post, die bald darauf der Ära Nixon mit der Aufdeckung des Watergate Skandals ein Ende setzte.
Ein Kampf für Zivilcourage und Pressefreiheit gegen lügende Politiker und "fake news", also hochaktuell.

Eine super Geschichte, leider recht altmodisch inszeniert und gespielt und nicht gerade schmissig. Ein Film für Freunde des klassischen Hollywoodkinos.

Szene aus "Die Verlegerin"
Szene aus "Die Verlegerin" | Bild: Verleih/Produktion

Doctuer Kock - Ein Arzt mit gewissen Nebenwirkungen

Ein erneuter und erneut gescheiterter Versuch, den charismatischen Omar Sy ("Ziemlich beste Freunde") erfolgreich in einer weiteren Komödie zu inszenieren. Die Geschichte, ursprünglich eine Theaterkomödie, wurde schon 1996 von Dominik Graf verfilmt.

Der aktuelle Film spielt in den 50er Jahren (schöne Autos und Kostüme!) in Frankreich. Im Dorf St. Maurice trifft ein neuer Arzt ein, von dem wir schon wissen, dass er kein Arzt ist , der seine Praxis flugs in ein florierendes Unternehmen verwandelt, indem er den Leuten Wehwehchen und Krankheiten andichtet.
Er verliebt sich in eine nette und sanftmütige Frau, die sich als einzig wirkliche Kranke im Dorf erweist.

Das ist keine wirklich interessante Geschichte, doch auch die Umsetzung sorgt nicht für Freude: voller Klischees, ein übles Frauenbild, aufdringlich putzig (die Musik!) und völlig unkomisch. Kurz: misslungen.

Stand: 22.02.2018 09:00 Uhr

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