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Kinotipp "Schloss aus Glas" und "Körper und Seele"

von Ingrid Bartsch, Filmexpertin

Kinotipp "Blade Runner 2049" und "Die Nile Hilton Affäre" | Video verfügbar bis 30.11.2017

Schloss aus Glas

"Schloss aus Glas" ist die Verfilmung eines vielgelesenen Buches, die autobiografischen Erinnerungen von Jeannette Walls.

Ihre Eltern waren absolut nonkonformistisch. Das war einerseits abenteuerlich aufregend und toll, andererseits zog die schließlich 6-köpfige Familie von Ort zu Ort und hatte fast kein Geld. Das vom Vater versprochene Zuhause blieb ein "Schloss aus Glas".

Der Vater war Alkoholiker, ein Beruf bleibt im Film unerwähnt, die Mutter Künstlerin. Die Kinder besuchten nur unregelmäßig die Schule. Nacheinander verließen sie die Familie.

Jeannette Walls wurde Klatschkolumnistin und verdiente gut. Den als charismatisch geschilderten Vater spielt Woody Harrelson, die Mutter, die leider Nebenfigur bleibt, Naomi Watts Brie Larson die Erzählerin.

Emotional längst nicht so mitreißend wie zu vermuten.

Szene aus "Körper und Seele"
Szene aus "Körper und Seele"

Körper und Seele

"Körper und Seele" hat die Berlinale 2017 gewonnen und ist ein ungarischer Film. Er beginnt damit, dass sich die beiden Hauptfiguren an ihrem Arbeitsplatz, einem Schlachthof, kennenlernen.
Beide sind Außenseiter, sozial etwas gestört und einsam. Er hat einen steifen Arm, sie ist offenbar leicht autistisch.
Als eine Psychologin, die wegen eines Vorfalls dorthin geholt wird, in ihren Befragungen heraus findet, dass die beiden Nacht für Nacht das selbe träumen, beginnen sie, sich miteinander zu beschäftigen.

Ein wundersamer, stiller und sehr schöner Film mit feinem Humor.

Stand: 05.10.2017 08:09 Uhr