SENDETERMIN Do, 10.08.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Kinotipp: "Der Wein und der Wind" und "Der Stern von Indien"

von Ingrid Bartsch, Filmexpertin

Szene aus "Der Wein und der Wind"
Szene aus "Der Wein und der Wind"

Der Wein und der Wind

"Der Wein und der Wind" von Cédric Klapisch spielt im Burgund auf einem Weingut - einem ganz normalen, nicht schick, nicht edel. Nach zehn Jahren im Ausland kehrt Jean (Pio Marmai) dorthin zurück, weil er muss: sein Vater liegt im Krankenhaus, die Geschwister (Ana Girardot und Francois Civil) brauchen ihn.

Es muss über den aktuellen Jahrgang und über die Zukunft des Weinguts gesprochen werden, wichtige Entscheidungen stehen an. Ein Jahr im Burgund, die Jahreszeiten bestimmen, was zu tun ist, aber bei der Weinlese ist es nur ein Tag, der zwischen einem interessanten und einem durchschnittlichen Wein unterscheidet. Außerdem haben die Geschwister noch Persönliches zu klären. Und am Ende wird die Weinlese gefeiert.

Sehr schöner Film, die Personen und ihre Probleme wirken äußerst lebensecht.

Szene aus "Der Stern von Indien"
Szene aus "Der Stern von Indien"

Der Stern von Indien

"Der Stern von Indien" schildert opulent die Amtszeit des letzten Vizekönigs von Indien nach dem 2. Weltkrieg, Lord Mountbatten (Hugh Bonneville aus Downton Abbey).
Er hatte die undankbare Aufgabe, das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen und es dabei gleich zu trennen: in Indien (für Hindus und Sikhs) und Pakistan (für den moslemischen Bevölkerungsteil). Dies führte zu enormen Wanderungsbewegungen, bewaffneten Auseinanderstzungen und persönlichen Tragödien.

Der Film behandelt diesen historisch-politischen Aspekt, die Situation des Vizekönigs und seiner Familie (Lady Mountbatten: Gillian Anderson) und die eines jungen Liebespaares, er (Manish Dayal) Hindu, sie (Huma Qureshi) Muslima.

Großes Kino, manchmal zu schmalzig. Regie führt die indisch-englische und äußerst kenntnisreiche Regisseurin Gurinder Chadha, die auch am Script mitgearbeitet hat.

Stand: 10.08.2017 10:07 Uhr