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Umweltministerin Hendricks: Software-Update ist nicht ausreichend

"Es wird Nachrüstungen geben müssen"

Umweltministerin Hendricks: Software-Update ist nicht ausreichend | Video verfügbar bis 23.08.2018

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat Verbraucher davor gewarnt, angesichts von Prämien der Firmen voreilig ein vermeintlich emissionsarmes Dieselfahrzeug zu kaufen. Hendricks: "Das wirkt überhaupt erst richtig, wenn wirklich emissionsarme Fahrzeuge dann wirklich angeschafft werden. Am besten natürlich emissionsfreie Fahrzeuge. Und wenn man wieder einen Diesel fahren will, dann muss man warten, bis der 6d am Markt ist. Und ich rate auch wirklich den Automobilunternehmen, nicht jetzt einfach den Abverkauf von den Dieselfahrzeugen Euro-Norm 6 zu machen. Denn diese sind auf der Straße nicht sauber genug."

Ein Software-Update, das von der Automobilindustrie angeboten werde und rund 150 Euro koste, sei nicht ausreichend: "Mit diesen 150 Euro pro Auto zu Lasten der Automobilindustrie kommen wir nicht hin. Es wird eine Nachrüstung geben müssen." Die Ministerin spricht von einer Hardware-Nachrüstung. "Das geht technisch. Das kostet wahrscheinlich in der Größenordnung 1500 Euro." Weitere Techniken müssten noch erprobt werden.

Die Ministerin will Fahrverbote möglichst vermeiden, doch diese seien "nicht auszuschließen, auch das ist vollkommen klar". Hendricks verwies auf verschiedene Gerichtsurteile. Es gebe Gewaltenteilung und somit keinen Einfluss auf die Urteile. "Die Automobilindustrie muss sich darüber im Klaren sein, dass sie dringlichst mit uns zusammenarbeiten muss, auch, um wieder Vertrauen zurückzugewinnen."

Die Subventionierung von Dieselkraftstoff zu beenden, lehnt Hendricks ab. "Das halte ich, ehrlich gesagt, zum jetzigen Zeitpunkt für völlig falsch. Die Diesel-Automobilbesitzer sind das ja nicht schuld."

Stand: 23.08.2017 12:26 Uhr