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Service: Kaufen oder mieten?

mit Michael Beumer, Finanztest

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Service: Mieten oder kaufen | Video verfügbar bis 22.03.2018 | Bild: WDR

Die Mietpreise gehen durch die Decke. Es gibt kaum Zinsen, und Baukredite sind billig. Es liegt also für viele nahe, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Der Immobilienmarkt boomt. Doch wie hoch sollte die Tilgungsrate sein? Welche Förderungen gibt es wo? Wie viel darf ein Darlehen kosten, und wer bekommt ein solches? Es gilt einiges zu beachten.

Eigenkapital: Ihr Erspartes sollte die Kaufnebenkosten und darüber hinaus mindestens 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises abdecken. Zu den Nebenkosten gehören die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten und die Maklerprovision. Zusammen sind das je nach Bundesland bis zu 15 Prozent des Kaufpreises.

Kreditanteil: Banken verlangen oft hohe Zinsaufschläge, wenn der Kredit eine Grenze von beispielsweise 80 oder 90 Prozent des Kaufpreises übersteigt. Fragen Sie, wie viel Eigenkapital Sie zusätzlich aufbringen müssen, um einen günstigeren Zins zu bekommen. Oft reichen dafür wenige Tausend Euro aus.

Förderung: Erkundigen Sie sich bei der Gemeinde oder beim Landratsamt, ob Ihr Bundesland zinsverbilligte Darlehen anbietet. Nutzen Sie die günstigen Kredite der staatlichen KfW-Bank – etwa für eine energetische Sanierung.

Zinsbindung: Sichern Sie sich die niedrigen Zinsen langfristig. Für 15 oder 20 Jahre Zinsbindung zahlen Sie einen höheren Zinssatz als für kürzere Fristen, Sie haben aber mehr Sicherheit. Zehn Jahre nach Auszahlung können Sie solche Kredite mit sechs Monaten Frist kündigen oder beliebig hohe Sondertilgungen leisten.

Tilgung: Nutzen Sie die niedrigen Zinsen, um Ihren Kredit zügig zu tilgen. 3 Prozent Tilgung im Jahr sollten Sie sich mindestens leisten können. Wollen Sie in 20 Jahren schuldenfrei sein, müssen es mindestens 4 Prozent sein.

Flexibilität: Vereinbaren Sie ein Recht auf jährliche Sondertilgungen. 5 Prozent im Jahr gibt es meist ohne Aufschlag. Besonders flexibel bleiben Sie, wenn Sie die Monatsrate ändern dürfen.

TIPPS

Angebote: Holen Sie für die Finanzierung Ihres Eigenheims mindestens drei Kreditangebote ein. Neben günstigen Banken und Vermittlern aus dem Test von Finanztest sollten Sie auch bei Banken aus der Region und bei Ihrer Hausbank anfragen.

Vergleich: Vergleichen Sie Kreditangebote mit (annähernd) gleicher Zinsbindung anhand des Effektivzinses. Bei Kombikrediten der Bausparkassen ist der Gesamteffektivzins entscheidend, der auch alle Gebühren und Sparbeiträge für den Bausparvertrag berücksichtigt.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Heft Finanztest 4/2017 (Artikel Häuslebauer fahren günstig, S. 56 ff.)

"Mieten oder Kaufen!"-Artikel im "Familien-Set" Sonderheft der Stiftung-Warentest, ab Ende März im Handel oder Direktvertrieb

Viele weitere Tests, Checklisten und Rechner für Ihre Finanzierung finden Sie auf der Seite:
test.de/eigenheim-miete.

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Stand: 22.03.2017 06:40 Uhr

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