SENDETERMIN Mi, 30.11.16 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Heizkosten im Blick

mit Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztip

Service: Heizkosten im Blick | Video verfügbar bis 30.11.2017

Billiger einkaufen

Gas

Am häufigsten wird in Deutschland mit Gas geheizt. Und wer als Wohnungseigentümer oder Mieter den Gasanbieter selbst bestimmt, kann jedes Jahr Hunderte von Euros sparen. Über 400 Euro weniger könnten auf der Gasrechnung einer Familie in Berlin für das abgelaufene Jahr 2016 stehen, wenn sie dem Grundversorger Gasag den Rücken gekehrt und den Lieferanten gewechselt hätte.

Eine vierköpfige Familie in Köln mit normalem Verbrauch und einer Wohnung von 100 Quadratmetern kann übers Jahr schnell 350 Euro an Heizkosten sparen, wenn sie vom lokalen Grundversorger GVG zu einem günstigen Anbieter wie Klickenergie, Sauber Energie oder Grünwelt wechselt. Das dauert nur ein paar Minuten, und es besteht kein Risiko, dass der Gashahn zugedreht wird.

Mittlerweile gibt es mehr als 900 Gasanbieter in Deutschland, und in jedem Postleitzahlengebiet haben Kunden die Wahl zwischen durchschnittlich 95 Lieferanten. Doch das muss keine Hürde sein: Mit einem Vergleichsrechner im Internet können Sie leicht den günstigsten Anbieter für sich herausfischen. Mit den Tarifrechnern von Verivox und Check24 kann der Gasanbietervergleich leicht gelingen. Man muss „nur“ die richtigen Voreinstellungen wählen. Ansonsten kann es passieren, dass Ihnen die Rechner einen Anbieter anzeigen, mit dem Sie am Ende schlecht beraten sind.

Die zwei wichtigsten Tipps

Vorsicht bei Tarifen mit Neukundenbonus

Besonders wichtig ist die Entscheidung, ob einmalige Bonuszahlungen (Neukundenbonus) bei der Reihenfolge der Ergebnisse berücksichtigt werden sollen oder nicht. Falls Sie bereit sind, jedes Jahr den Anbieter zu wechseln, kann der Haken stehen bleiben. Damit landen die Versorger mit den höchsten Boni auf den vorderen Rängen. Je nach Anbieter können Sie dreistellige Beträge als Bonus einstreichen.

Doch Achtung: Dahinter stecken oft Tarife, die nur im ersten Jahr günstig sind. In den Jahren darauf zahlen Sie den Bonus praktisch doppelt und dreifach zurück. Wollen Sie also länger bei einem Anbieter bleiben und einen dauerhaft günstigen Tarif angezeigt bekommen, dann entfernen Sie den Haken beim Neukundenbonus. Immerhin zeigen die Tarifrechner in der Standardeinstellung nur Tarife mit Bonuszahlungen von bis zu 15 Prozent der Rechnungssumme.

Der Grund: In der Vergangenheit haben vor allem unseriöse Anbieter höhere Boni versprochen, die Auszahlung jedoch zum Teil verweigert. Außerdem sollten Sie in den Einstellungen festlegen, dass die Vergleichsportale nur Tarife anzeigen, deren Laufzeit sich automatisch um nicht mehr als einen Monat verlängert. Sonst ist es später unnötig schwierig, erneut zu einem billigeren Anbieter zu wechseln.

www.finanztip.de/gasanbieter-wechseln/

Heizöl ist günstig wie lange nicht

Millionen Haushalte heizen mit Öl. Sie heizen seit zwei Jahren so günstig wie lange nicht. Die Heizölpreise sind zwar Ende September zwischenzeitlich um 15% angestiegen (Ankündigung Öl-Fördermenge zu drosseln), dann im Oktober wieder gefallen. Im November dann wieder kurz angestiegen. Derzeit liegt der Preis bei 54 Cent pro Liter. Das ist immer noch 25 Prozent weniger als 2014 und sogar ein Drittel weniger als 2013. Sie können also jetzt in Ruhe ihren Tank füllen. Um wirklich am günstigsten Preis zu partizipieren, nutzen Sie am besten vorher einen guten Vergleichsrechner wie die von Esyoil oder Heizöl24. Auf 3000 Liter Bestellung kann der Unterschied zwischen einzelnen Händlern schnell 150 Euro ausmachen. Die Rechner zeigen den günstigsten Anbieter in ihrer Nähe. Wenn Sie über den Rechner bestellen, bezahlen die Heizölhändler den Rechnerbetreibern eine Provision, es geht dabei um Beiträge von zum Beispiel 10 Euro.

www.finanztip.de/heizoel

Mehr Wettbewerb bei Nachtstromanabietern

So mancher Mieter hat in seiner Wohnung immer noch Nachtspeicher-Heizungen. Diese sind vor allem in den 70er-Jahren gerne installiert worden. Oft wurde ein gesonderter Nachttarif genommen. Anders als beim normalen Stromtarif gab es hier lange keine Konkurrenz, die die Preise drückte. Das ist inzwischen anders, und Betroffene können viele Hunderte Euro sparen. Allein im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Strom-Anbieter, die für solche Kunden gesondert Heizstrom anbieten, mehr als verdoppelt. Nutzen Sie auch hier vergleichsrechnet und achten Sie auf die richtigen Einstellungen. Der beste Rechner stammt in dem Fall von Verivox.
www.finanztip.de/heizstrom

Weniger verbrauchen

Wer weniger verbraucht, spart extra

Auch wer die Energie schon billig einkauft, kann noch etwas Kosten einsparen: Zwei Grad weniger in Wohnzimmer und Schlafzimmer bringen rund 12 Prozent. Wer nicht gerne im Wollpulli vorm Fernseher sitzt, kann es mit programmierbaren Thermostaten versuchen. Die müssen nicht mehr als 20 Euro kosten und regeln die Wärme runter, wenn Sie nicht im Zimmer sind. Mit kleinen Bordcomputern und Apps können Sie Ihre Heizkörper und Brenner noch ein wenig genauer steuern. Unser Ratgeber Smart Home sagt Ihnen, was inzwischen leicht und preiswert zu machen ist. http://www.finanztip.de/smart-home/

Die Heizungsanlage austauschen

Wenn Sie jetzt noch etwas mehr herausholen wollen, steigt der Aufwand erheblich. Sie können dann aber richtig viel einsparen. Das gilt vor allem, wenn Ihnen die Heizung komplett selbst gehört: Technik aus den 80er- und 90er-Jahren ist Energieverschwendung. Ein neuer Kessel, ein neuer Brenner und eine neue Umwälzpumpe können die Heizkosten drastisch reduzieren. Lassen Sie sich aber nicht die teuerste Technik aufschwatzen, sondern gehen Sie zu einem unabhängigen Energieberater zum Beispiel über ihre örtliche Verbraucherzentrale. Diese ermittelt, wie Sie mit möglichst wenig Geld möglichst viel Heizkosten einsparen.

Die Wände dämmen

Neben dem Austausch des Brenners rechnet sich oft auch die Dämmung von Keller- und Bodendecken. Falls genug Geld da ist, lohnt sich meist auch das große Programm: Wärmedämmung rundum plus neue Fenster. Für solche Gesamtpakete lohnt es sich sogar, einen Kredit aufzunehmen. Zumal die Angebote der staatlichen KfW Bankengruppe echt smart und die Zinsen immer noch niedrig sind. Falls Sie das Geld in der Tasche haben, bekommen Sie von der KfW alternativ auch Tausende Euro Zuschüsse.

Mehr Infos: http://www.finanztip.de/heizkosten-sparen/

Stand: 20.03.2017 05:55 Uhr

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