SENDETERMIN Do, 13.07.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Arbeitsplatz 4.0

mit Gerald Lembke, Prof. für digitale Medien u. Kommunikationstrainer

Service: Arbeitsplatz 4.0 | Video verfügbar bis 13.07.2018

Digitalisierung und Vernetzung verändern unsere Arbeitswelt und damit auch unser Verhältnis zum Job. Müssen wir in Freizeit und Urlaub ständig erreichbar sein, oder wird der eigene Arbeitsplatz durch einen Roboter wegrationalisiert? Darf ich das private Smartphone auf dem Schreibtisch haben oder mit dem Firmenrechner ins Internet?

Einen ganzen Arbeitstag pro Woche kostet amerikanischen Unternehmen die private Smartphone-Nutzung ihrer Mitarbeiter, wie jetzt eine Untersuchung ergeben hat.

Das kleine Wischgerät ist zum Ablenkungsfaktor Nr.1 bei der Arbeit aufgestiegen.

Smartphones „fragmentieren“ oder unterbrechen den Arbeitsalltag alle paar Minuten. Das betrifft aber nicht nur den Besitzer, sondern auch die Kollegen drum herum. Jedesmal wird der Arbeitsfluss von Telefongesprächen oder Mitteilungen und Mails auf dem Smartphone zusätzlich unterbrochen. Konzentration und das längere Arbeiten an Zielen fällt immer mehr Mitarbeitern immer schwerer. Und im Urlaub? Alles beim Alten, die Wischmanie nimmt weiter ihren Lauf und macht aus der Freizeit eine hybride Arbeitszeit. Darüber hinaus sind immer mehr Menschen die Existenz des Hotel-WLANs und das nächtliche Überprüfen des Akkus wichtiger als das Aufladen des eigenen, inneren Akkus in der Urlaubszeit.

Thesen zum Thema

  1. Die Mitarbeiter stecken oft in der Online-Falle – Digitalisierung vereinfacht ihre Arbeit nicht, sondern macht sie komplexer und aufwändiger.
  2. „Digital“ verdrängt die soziale Zusammenarbeit in Unternehmen.
  3. Der Roboter wird immer mehr menschliche Arbeit verdrängen.
  4. Offline ist der neue Wert für Unternehmen – Unternehmen sollten wieder lernen, ihr Offline-Geschäft weiter zu entwickeln.
  5. Mitarbeiter sind digitale Gefangene Ihrer Annahmen und Erwartungen.
  6. WLAN am Urlaubsort ist wichtiger als das Gespräch mit Partner oder Kindern.
  7. Führungskräfte sitzen in der Online-Falle: 24/7 für die Karriere macht krank. Man spricht vom digitalen Hamsterrad.
  8. Mitarbeiter können wegen WhatsApp nicht mehr schlafen.
  9. Digitale Medien kontrollieren Anwesenheit und Leistung von Mitarbeitern.
  10. Das private Smartphone ist Ablenkungsgrund Nr. 1 in deutschen Unternehmen.
  11. Unternehmen benötigen ein digitales Gesundheitsmanagement.

Der Studiogast

Seit frühester Jugend ist Gerald Lembke von digitaler Technik begeistert, beschäftigte sich in den 80er Jahren mit BTX-Seiten und lötete erste Computer-Platinen, verkaufte während seines Wehrdienstes 1990 die ersten Computer und finanzierte damit ab 1991 sein Studium der Wirtschaftspädagogik und Wirtschaftswissenschaften. 1994 gründete er eine der ersten Online-Agenturen und beschäftigt sich seitdem mit dem Bau von Computern, Webseiten und Netzwerken. Jahre später dann der „digitale Burnout“. Vor fünf Jahren nahm er die Kurve. Nach Selbstreflektion, Verhaltensexperimenten und Entsagung hat er sein digitales Leben gezielt verändert. Digital nutzt er nur noch ausgewählte Werkzeuge und limitiert die Zeit, die er damit verbringt. Ab 19 Uhr und am Wochenende ist digitalfrei.

Stand: 13.07.2017 07:11 Uhr

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