SENDETERMIN Do, 01.12.16 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Arbeitsrecht und Weihnachten

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: Weihnachten und Arbeitsrecht | Video verfügbar bis 01.12.2017

Weihnachtsgeld

Soweit kein Tarifvertrag etwas anderes regelt, ist die Zahlung von Weihnachtsgeld eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Die zusätzliche freiwillige Leistung kann gleichwohl einen Anspruch auf Zahlung begründen, wenn sich der Arbeitgeber per Arbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung zur Zahlung verpflichtet hat.

Ebenso kann sich eine Zahlungspflicht wegen eines Gleichbehandlungsgrundsatzes ergeben oder auch aufgrund einer sogenannten betrieblichen Übung. Unter einer betrieblichen Übung versteht man den Zahlungsanspruch der Arbeitnehmer/innen, wenn der Arbeitgeber in drei aufeinanderfolgenden Jahren vorbehaltlos Weihnachtsgeld bezahlt hat.

Oftmals ist zwischen Arbeitnehmer/in und Arbeitgeber auch ein 13. Monatsgehalt vereinbart. Das ist aber etwas anderes als das Weihnachtsgeld. Beim 13. Gehalt handelt es sich um eine fest vereinbarte zusätzliche Gehaltszahlung für erbrachte Leistungen.

Weihnachtsfeier

Die jährlichen Weihnachtsfeiern erfreuen sich in der Belegschaft zumeist großer Beliebtheit. So kann man das Jahr nochmals Revue passieren lassen. Gleichwohl sollten sich Arbeitnehmer/innen auf der Feier zurückhalten, wenn es um Kritik über Kollegen/Kolleginnen oder Vorgesetzten geht. Eine vom Alkoholgenuss gelockerte Zunge rechtfertigt es nicht, sich über andere in der Firma lustig zu machen oder schlecht über sie zu reden. Wer es übertreibt, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung, an einer Weihnachtfeier teilzunehmen. Findet sie während der Arbeitszeit statt, müssen Arbeitnehmer/innen, die nicht mitfeiern möchten, ihre Arbeitskraft weiterhin anbieten. Während einer vom Arbeitgeber organisierten betrieblichen Weihnachtsfeier und auch auf der direkten Fahrt zur Feier und nach Hause sind Arbeitnehmer/innen bei einem Unfall über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.

Weihnachtsurlaub

Dieses Jahr fällt der zweite Weihnachtstag auf einen Montag. Viele Arbeitnehmer/innen nehmen daher auch gerne „zwischen den Jahren“ frei. Der Arbeitgeber hat grundsätzlich Urlaubswünsche zu berücksichtigen, kann aber einen Antrag auf Urlaubsgewährung zurückweisen, wenn betriebliche Gründe dieses erfordern. Ein einmal gewährter Urlaub kann in der Regel aber nicht vom Arbeitgeber widerrufen werden.

Stand: 01.12.2016 10:19 Uhr

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