SENDETERMIN Mo, 21.08.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Biologischer Pflanzenschutz

mit Dorothée Waechter, Gartenbau-Ingenieurin

Service: Biologischer Pflanzenschutz | Video verfügbar bis 21.08.2018

Mit Beginn der zweiten Hälfte des Sommers werden an unseren Gartenpflanzen erste Spuren von Schädlingen und Krankheiten sichtbar – braune Flecken, weißer Schimmel, Fraßstellen. Ärgerlich, aber kein Grund zu verzweifeln.
Am wichtigsten ist es, dass der Kreislauf von Schädlingen und Nützlingen funktioniert, tierisches Leben gefördert und der Boden gepflegt wird, damit die Wurzeln gut wachsen und immer wieder frische Nährstoffe und Wasser tanken können.
Auch der richtige Standort spielt eine große Rolle, denn Krankheiten haben bei gestressten Pflanzen ein leichtes Spiel. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um kränkelnde Pflanzen erkennen und behandeln zu können.

Schädlinge und Nützlinge – ein Duo, das in jeden Garten gehört

Leben und leben lassen – ein wichtiges Prinzip für den Garten, denn zu viel Hygiene geht häufig zu Lasten des Ökosystems. Um das Gleichgewicht zu halten, sollten immer ein paar Schädlinge als Futter für die Nützlinge da sein. Auch gilt es, Überwinterungsmöglichkeiten für Nützlinge zu schaffen.
Zudem sollte auf Vielfalt gesetzt werden – ob bei Blumen, Gemüse oder Heckengehölzen. Vermeintliche Probleme wie Moos sollten nicht zu eng gesehen werden: Im Frühling benötigen gerade Singvögel für den Nestbau Moos und helfen so beim Vertikutieren.

Standort und Boden – wie es dem Grün gefällt

Beim Kauf sollte immer darauf geachtet werden, welchen Standort die Pflanzen benötigen: Sonne oder Schatten. Auch der Wasserbedarf spielt eine wichtige Rolle.
Beim pH-Wert wird es häufig schon etwas schwieriger und mitunter fehlen hierzu die Angaben. Es macht also Sinn, sich im Internet oder in einem Fachbuch zu informieren. Ein niedriger pH-Wert bedeutet, dass der Boden sauer sein sollte und dementsprechend keinen Kalk enthält. Ein hoher pH-Wert ist entsprechend alkalisch und mit Kalk schnell zu erreichen.

Auch bei der Düngung lässt sich dafür sorgen, dass das ökologische Gleichgewicht gut funktioniert. Organische Dünger und Humus in Form von Kompost oder Häckselmaterial regen das Bodenleben an, was zu einer schnelleren Erwärmung des Bodens, einer guten Luft- und Wasserführung sowie Wasserspeicherfähigkeit führt.

Sauberkeit richtig definieren

Sauberkeit ist ein wichtiger Aspekt, um Krankheiten zu vermeiden. Im Zimmer heißt das: Gefäße regelmäßig reinigen, Töpfe beim Umtopfen auswaschen, Blumenuntersetzer säubern und hin und wieder die Gießkanne reinigen.
Im Garten gehören Unkräuter zu den Schädlingsüberträgern Nummer Eins. Auch die Kulturgeräte, insbesondere Schneidwerkzeuge, werden leicht zu Überträgern von Pilzsporen, Larven und Viren. Scheren sollten daher immer wieder mit hochprozentigem Alkohol abgerieben und Unkräuter regelmäßig entfernt werden.

Ruhe bewahren, Stärken und Tee bereiten

Ähnlich wie beim Menschen kann eine kräftige, robuste Pflanze Krankheiten besser Stand halten. Gut ernährte Rosen sind weniger anfällig für Pilzkrankheiten, Geranien, die nicht zu feucht gehalten werden, entfalten ihre Schönheit besser und Buchsbaum, der auf einem basischen Boden wächst, kann der Buchsbaumwelke besser standhalten.

In der Hausapotheke gibt es eine ganze Reihe von Pflanzen, aus denen ein Tee, eine Brühe oder eine Jauche hergestellt werden kann. Auf die Pflanzen gespritzt, werden diese gestärkt. Darüber hinaus lässt sich mit Stärkungsmitteln und Bodenhilfsstoffen dafür sorgen, dass die Wurzeln sich gut entwickeln und die Pflanzen gesund bleiben.

Stand: 27.09.2017 12:18 Uhr