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Service: Check vor der Heizsaison

mit Ferdinand Schurz, Heizungsbau-Meister

Service: Check vor der Heizsaison  | Video verfügbar bis 03.11.2018

Fachleute gehen davon aus, dass rund 5,5 Millionen Heizanlagen in Deutschland nicht regelmäßig gewartet werden. Aber eine optimale Nutzung der eingesetzten Energie und die Zuverlässigkeit der Anlage sind nur dann gegeben, wenn die Heizung zumindest einmal jährlich überprüft und eingestellt wird. Was kann man als Mieter/Eigentümer selber tun und wann sollte auf jeden Fall ein Fachmann die Heizanlage überprüfen?

Die Umwelt entlasten

In Deutschland könnten jährlich rund 4,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, wenn sämtliche Heizanlagen richtig eingestellt wären. Das alleine ist die Umweltbelastung, die nur durch fehlerhaft gewartete oder eingestellte Heizungen jährlich entsteht. Zum Beispiel: Jeder Millimeter mehr Rußbelag auf den so genannten Wärmetauscherflächen der Heizung bringt einen um 5 Prozent höheren Brennstoffverbrauch mit sich. Das ist nicht nur eine Belastung der Umwelt, sondern auch eine Belastung des Geldbeutels.

Staub entfernen

Was kann man als Mieter oder Eigentümer selbst tun? Sie sollten auf jeden Fall Staubansammlungen zwischen den Rippen der Heizkörper entfernen. Der Staub sorgt für eine geringere Wärmeübertragung und damit für längere Aufheizzeiten und Laufzeiten der Heizanlage. Sorgen Sie dafür, dass Heizkörper in der Wohnung nicht zugestellt sind.

Einstellen der Heizung

Überprüfen Sie vor dem Einschalten der Heizung im Herbst die Schaltzeiten für die Nachtabsenkung oder -abschaltung. Die Höhe des Wasserdrucks kann sich im Verlauf des Sommers verändert haben. Sie sollten also sicherstellen, dass der notwendige Wasserdruck vor dem Start der Heizanlage gegeben ist.

Entlüften Sie die einzelnen Heizkörper und (somit) die gesamte Anlage mit dem Spezialschlüssel. Wichtig ist dabei: Die Entlüftung sollte nur bei ausgeschalteter Heizungspumpe erledigt werden, da sonst neue Luft in die Heizanlage gelangen kann.

Pelletheizungen

Vom Fachmann zu erledigen: Kontrolle der gesetzlichen Grenzwerte der Heizung. Reinigung des Schornsteins und der Pelletheizung. Hier gibt es bei den einzelnen Anbietern die Möglichkeit, Wartungsverträge abzuschließen.

Vom Eigentümer/Mieter zu erledigen: Die Sauberkeit der Brennkammer einer Pelletheizung ist zu gewährleisten, denn z.B. ein überfüllter Aschebehälter kann zu Störungen im Betrieb der Heizung führen. Die Asche kann über den Hausmüll entsorgt werden. Die Reinigung der Brennkammer kann sehr einfach mit Hilfe eines Staubsaugers stattfinden und sollte alle vier bis sechs Wochen vorgenommen werden. Reinigen Sie das Pellet-Lager mindestens einmal jährlich. Am besten nach dem Ende der Heizperiode. Die Sauberkeit des Lagerraums und der Förderanlage können effektiv Energie und Geld sparen. Achten Sie darauf, bei Arbeiten im Pellet-Lagerraum eine Staubschutzmaske zu tragen.

Wärmepumpenanlagen

Wärmepumpenanlagen sind in ihrem Betrieb weitgehend wartungsarm. Die mechanischen Teile einer Wärmepumpe werden fast durchgehend beansprucht. Daher sollte durch den Eigentümer/Mieter eine regelmäßige Sichtkontrolle stattfinden. Wichtig sind beim Betrieb von Wärmepumpen der Flüssigkeitskreislauf und die so genannte Trägerflüssigkeit bei Solewärmepumpen. Bei der Wartung bzw. Instandsetzung des Kreislaufs (und Kontrolle – siehe oben, soll ja der Betreiber selbst machen) der Trägerflüssigkeit sollte in jedem Fall ein Fachbetrieb zu Rate gezogen werden.

Solarthermie-Anlagen

Wie jede andere Heizanlage auch, sollte eine Solar-Anlage regelmäßig von einem Fachmann überprüft werden. Fachleute sprechen von einer jährlichen Inspektion und von einem Wartungsintervall von drei bis fünf Jahren.

Bei einer Überprüfung wird vom Fachmann gegebenenfalls eine Entlüftung und Spülung vorgenommen. Geprüft wird auch der Anlagendruck, der Volumenstrom und die Solarflüssigkeit selbst. Außerdem wird in diesem Zusammenhang die Pumpe überprüft.

Die Wartung einer Solaranlage ist umfangreicher als die Inspektion. Hierbei werden im drei- oder fünfjährigen Turnus auch Verbindungen, Anschlüsse und Armaturen überprüft. Auch die Solarkollektoren auf dem Dach müssen überprüft werden. Hierbei wird nicht nur auf die Dichtigkeit der Anlage geachtet, sondern auch auf die Verankerung und Befestigung der Paneele.

Weitere Informationen

Die Verbraucherzentralen bieten einen umfangreichen Heiz-Check. Dabei analysiert der Energieberater die Heizungsanlage und prüft mit Blick auf den Gebäudezustand und den Vorjahresverbrauch, ob die Anlage ideal eingestellt ist. Das Angebot richtet sich an private Verbraucher, die einen Gas-, Öl- oder Holzheizkessel, eine Fernwärmestation oder eine Wärmepumpe besitzen.

Durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ist der Heiz-Check im Wert von 303 Euro für 40 Euro erhältlich. Für einkommensschwache Haushalte sind die Angebote der Energieberatung der Verbraucherzentrale kostenlos.

Beratungstermine unter der kostenfreien Rufnummer 0800 - 809 802 400

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de

Stand: 03.11.2017 08:13 Uhr

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