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Service: Der richtige Ehevertrag

mit Eugénie Zobel-Kowalski, Finanztest

Service: Der richtige Ehevertrag | Video verfügbar bis 30.10.2018

 Für viele frisch verliebte Paare ist ein Ehevertrag keine Option. Er gilt als Hintertürchen, als unromantisch. Doch dieses Urteil wird ihm nicht gerecht. Auch wenn ein Paar bei seiner Hochzeit nichts davon hören will: Scheitert eine Ehe wider Erwarten, ist dies schon schmerzhaft genug. Ein Vertrag kann verhindern, dass die Ehe auch finanziell bitter endet. Zweck eines guten Ehevertrags ist es, das Eigentum so aufzuteilen, dass jeder nach einer Scheidung ein gesichertes Einkommen behält.

Zugewinngemeinschaft

In einem Vertrag lässt sich (fast) alles regeln. Ehepaare, aber auch eingetragene Lebenspartner, können sich für viele Fälle wappnen − auch noch während der Ehe und sogar in der Trennungsphase. Selbst Ehepaare, die sich scheiden lassen wollen, können eine Scheidungsfolgevereinbarung treffen. Sie müssen es aber nicht. Das Gesetz sieht eine an sich gute Regelung für Eheleute vor: die Zugewinngemeinschaft. Dieser gesetzliche Güterstand tritt automatisch nach der Eheschließung ein, sofern Ehepaare nichts Abweichendes vereinbart haben – und dürfte auf viele Paare zutreffen.

Gütertrennung und Gütergemeinschaft

Alternativ dazu haben Paare aber zwei weitere Möglichkeiten: Sie können in einem Vertrag beschließen, ihre Vermögen strikt zu trennen (Gütertrennung) oder alles in einen Topf zu werfen (Gütergemeinschaft). In der Zugewinngemeinschaft behält jeder Ehegatte das Vermögen, das er vor der Ehe hatte. Auch das Vermögen, das er während dieser Zeit erwirtschaftet, ist seins. In der Regel haftet auch kein Ehepartner für die Schulden des anderen – weder für diejenigen, die einer vor der Ehe macht, noch für die, die während der Ehe entstanden sind. Etwas anderes gilt etwa, wenn ein Ehegatte die Bürgschaft für einen Darlehensvertrag des anderen übernommen hat.

Tipps

Mit einem Ehevertrag kann ein Paar den Grad der wirtschaftlichen Unabhängigkeit für den Fall einer Trennung vereinbaren und damit von den gesetzlichen Regeln abweichen, die für traditionelle Rollenmodelle gemacht sind.
Sinnvoll kann ein Vertrag z.B. für Doppelverdiener sein, wenn ein Ehepartner selbst­ständig oder als Unternehmer tätig ist.
Partner mit unterschiedlichen Nationalitäten sollten einen Vertrag schon deshalb schließen, um festzulegen, welches nationale Recht bei Trennung gelten soll.

Weitere Informationen

• Heft Finanztest 8/2017 (Artikel Vom Tabu zum Thema, S. 24 ff.).
Finanztest Bestellservice: 01805 – 00 24 67 (14 Cent pro Minute) oder
Leserservice: 09001 – 58 37 82 (62 Cent pro Minute)

• Stiftung Warentest, Sich trauen, 176 Seiten, ISBN: 978-3-86851-361-5, 19,90 Euro, zu bestellen unter
www.test.de/shop/steuern-recht/sich-trauen-sp0428/

• Helma Sick, Renate Schmidt: Ein Mann ist keine Altersvorsorge, broschiert, 224 Seiten, Kösel-Verlag, 4. Auflage (30. März 2015), ISBN-10: 3466345944, ISBN-13: 978-3466345946, 16,99 Euro

Stand: 30.10.2017 07:37 Uhr

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