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Service: Haftung bei Tieren

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: Haftung bei Tieren

In deutschen Haushalten leben rund 8 Millionen Hunde und über 13 Millionen Katzen, die immer mal wieder Anlass für Streit bieten. Dürfen Vermieter ein Haustier grundsätzlich verbieten? Wer bekommt das Tier nach einer Trennung? Was passiert, wenn der Hund den Postboten beißt? Kann man sich gegen Schäden versichern?

Haustier und Miete

Eine generelle Klausel im Mietvertrag, die Tierhaltung untersagt, ist unwirksam (z.B. BGH, Az. VIII ZR 168/12). Das Halten von Kleintieren wie Ziervögeln, Fischen oder auch eines Hamsters darf der Vermieter nicht verbieten. Bei Hunden und Katzen jedoch können Vermieter im Mietvertrag die Haltung von ihrer Zustimmung abhängig machen und ggf. mit einer einzelfallbezogenen Begründung ablehnen.

Nachbarschaft

Durch eine Tierhaltung darf die Nachbarschaft nicht unzumutbar belästigt werden. Gelegentliches Gebell müssen Nachbarn ertragen. Tut der Hund das aber dauernd oder ständig nachts – ob in der Wohnung oder im Garten –, haben Nachbarn einen Unterlassungsanspruch. Das Streunen fremder Katzen im Garten muss in der Regel geduldet werden.

Hunde unterwegs

Beim Gassi gehen muss der Hund nicht zwangsläufig angeleint sein. Es kommt darauf an, ob in der jeweiligen Gemeinde Leinenzwang herrscht. Hinterlässt der Vierbeiner jedoch Kot auf Gehwegen oder öffentlichen Anlagen und Hundebesitzer entfernen diesen nicht, droht ein Bußgeld. In vielen Gemeinden müssen gefährliche Hunde (Kampfhunde) einen Maulkorb tragen. Bei Verstoß gegen diese Pflicht drohen hohe Bußgelder. Hundebesitzer müssen Hundesteuer bezahlen, deren Höhe jede Gemeinde selbst festlegt. Wer seinen Hund nicht anmeldet, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen.

Streit ums Tier

Nicht selten wird bei Scheidungsfällen vor Familiengerichten auch um den gemeinsamen Hund gestritten. Tiere fallen im Rahmen einer Scheidung unter die sogenannte Hausratsverordnung. Der Familienrichter entscheidet hier im Einzelfall. Dabei wird z.B. berücksichtig, wer aus dem gemeinsamen Heim auszieht oder wer die stärkere Bindung zum Tier hat. Hat jedoch ein/e Ehepartner/in den Hund mit in die Ehe gebracht, bleibt das Eigentum beim ihr/ihm.

Tierhalterhaftung

Für vom Haustier verursachte Schäden haften die Halter. In einer Mietwohnung haben Vermieter einen Schadensersatzanspruch gegenüber Mietern, wenn deren Hund Türen verkratzt oder den Parkettboden ruiniert. Werden Jogger vom Hund gebissen oder läuft der Hund unvermittelt auf die Straße und verursacht einen Unfall, ergeben sich ebenfalls Schadensersatzansprüche gegen die Tierhalter. Die Tierhalterhaftung ist eine sogenannte Gefährdungshaftung, d.h. Tierbesitzer haften, ohne dass es auf ein Verschulden bezüglich des Schadenseintritts ankommt. Als Tierhalter trägt man somit durchaus ein großes Haftungsrisiko und sollte sich unbedingt entsprechend versichern. Schäden, die ein Hund verursacht, sind nicht durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Hundebesitzer sollten unbedingt eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abschließen. In einigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflichtversicherung zwingend vorgeschrieben.

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Stand: 15.11.2017 09:28 Uhr

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