SENDETERMIN Fr, 24.02.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Notrufsysteme im Vergleich

mit Jörg Brunsmann, Fachjournalist

Service: Notrufsysteme im Vergleich | Video verfügbar bis 24.02.2018

 Klassische Hausnotrufsysteme

Ein Hausnotrufsystem wird in der Regel mit dem Festnetztelefon verbunden und ist an eine Notrufzentrale angeschlossen, die im Bedarfsfall Hilfe organisieren kann. Das gibt pflegebedürftigen, älteren und allein lebenden Menschen die Möglichkeit, sich in Notlagen bemerkbar zu machen. Der Notruf wird über einen Funksender ausgelöst, den Nutzer um den Hals oder am Arm tragen. Hausnotrufanlagen werden oft von den Wohlfahrtsverbänden betrieben und kosten zwischen 20€ und 50€ im Monat.

Mobile Notrufsysteme

Mobile Systeme eignen sich für Menschen aller Altersklassen. Im Gegensatz zu den klassischen Hausnotrufsystemen werden sie über Funk oder Mobilfunk betrieben und funktionieren an jedem Ort. Ein Ortungssystem übermittelt im Notfall via GPS die genauen Standortdaten an die Notrufzentrale. So kann der/die Träger/in sofort gefunden werden, wenn Hilfe benötigt wird. Diese Systeme gibt es entweder als Ergänzung zu stationären Hausnotrufsystemen oder einzeln. Für den Betrieb fallen ebenfalls monatliche Kosten an.

Mobilfunktelefone mit SOS-Funktion

Handys und Smartphones mit dem sogenannten Garant-Ruf (speziell für ältere Menschen oder Kinder) verfügen über einen zusätzlichen Notrufknopf. Auf Knopfdruck ruft das Telefon bis zu fünf frei programmierbare, von Nutzern hinterlegte Telefonnummern an, so lange, bis sich jemand persönlich meldet. Einige Geräte übermitteln auch gleich die GPS-Daten zur Feststellung des Standortes. Für diesen Service fallen keine monatlichen Kosten an, außer die normalen Telefongebühren.

Notrufe übers Smartphone

Alle Smartphones mit Android ab Version 5.0. besitzen einen Notfallassistent. Wird drei Mal kurz der Hauptschalter gedrückt, nimmt das Handy automatisch ein Foto mit der Front- und Rückkamera auf und schickt es gemeinsam mit der Botschaft „Brauche Hilfe“ und den Standortdaten an die vorher festgelegten Kontaktnummern. Auch das IPhone verfügt über einen Notfallassistenten. Über die Sprachsteuerung Siri lässt sich beispielsweise mit einem Knopfdruck ein Krankenwagen rufen.

Notruf-Apps

Notruf-Apps

Zahlreiche Apps bieten ebenfalls Notruffunktionen fürs Smartphones an. Unter anderem die APP „MEIN NOTRUF“. Das bundesweit erste Komplett-Notrufsystem für Mobiltelefone bietet die App Charisma Lifeguard an. Ist die App installiert, können Nutzer in Gefahrensituationen durch 3-sekündiges Drücken auf dem Smartphone-Display überall in Deutschland den Kontakt zur Notrufzentrale der Johanniter herstellen. Das funktioniert sogar bei gesperrtem Startdisplay und es werden die metergenauen GPS-Daten an die Notfallzentrale übermittelt um schnell durch Rettungskräfte gefunden zu werden. Auch dieser Dienst kostet Geld.

Weitere Informationen

• Die Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen bietet eine Checkliste, die helfen soll das passende Notrufsystem (Anbieter, Geräte und Service) zu finden:

www.verbraucherzentrale.de/Hausnotrufsysteme-Schneller-Draht-zur-Hilfe

Stand: 24.02.2017 07:17 Uhr