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Service: Heißhunger

mit Anne Fleck, Präventiv- und Ernährungsmedizinerin

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Service: Heißhunger | Video verfügbar bis 12.01.2019 | Bild: WDR

Wer sich eisern an sehr rigide Diätpläne hält und Kalorien zählt, lebt mit einer Gefahr: Heißhunger-Attacken bringen selbst Willensstarke ins Wanken. Der Körper lechzt nach Nahrung, besonders nach energiedichten Kalorienbomben.

Außerdem hat vor kurzem die größte weltweite Ernährungsstudie (PURE Study) mit 135.000 Menschen aus 18 Ländern hat gezeigt, dass Fett nicht fett macht, aber übermäßig verzehrte Kohlenhydrate verantwortlich für unzählige gesundheitliche Komplikationen sind.

Als Folge entwickeln sich bei vielen Menschen äußere oder innere Fettdepots mit hoher hormoneller Aktivität, die chronische Entzündungsprozesse im Körper in Gang setzen. Solche gefährlichen inneren Fettdepots finden sich auch bei etwa 40 % der vermeintlich schlanken Menschen, den sogenannten TOFIS (thin outside, fat inside).

Ursachenklärung: Wer unter ständigem Heißhunger leidet, sollte checken, ob eine versteckte Insulinresistenz vorliegt, die Diabetes erzeugen kann. Ein Frühalarmzeichen kann Heißhunger sein. Wer 12 Stunden nach der letzten Mahlzeit einen erhöhten Nüchternblutzucker hat, der könnte unter Insulinresistenz leiden.


Versteckte Zuckerfallen aufspüren: Durch Etiketten lesen, den Zuckergehalt der Nahrungsmittel kennenlernen. Zucker jeder Art, auch "gesunde" Zucker reduzieren: Honig, Dicksäfte, Sirup, künstliche Zuckerzusätze reduzieren. Auf künstliche Zuckeraustauschstoffe wie Aspartam oder Stevia verzichten. Solche Austauschstoffe programmieren den Geschmacksnerv "süßen Geschmack" und züchten den Heißhunger auf „süß“.


Reduktion von Zucker: Denn jeder Zuckerausstoß, der zu hoch ist, hat als Resultat einen starken, ggf. zu starken Insulinausstoß. Dieser reaktive Zuckerabfall, kann zu Heißhunger Attacken führen. Daher ist wichtig, den Blutzucker konstant zu halten. Das funktioniert mit  eher langsam verdaulichen, ballaststoffreichen Nahrungsmitteln.

Meiden :Nahrungsmittel mit hoher Blutzuckerreaktion:

Süßigkeiten, Chips, Kekse, Limonaden, Softdrinks, Produkte aus raffiniertem Weißmehl, Marmeladen, Fruchtjoghurt, Kartoffeln, kartoffelhaltige Produkte. 

Stattdessen: Lebensmittel mit niedriger Blutzuckerreaktion:

Gemüse, Salate, zuckerarmes Obst, Nüsse, Mandeln, Pflanzenöle, sättigendes Eiweiß, nach Vorlage der mediterranen Ernährungsweise, die nach Studienlage die gesündeste Form ist.

Wer auf Kohlehydrate und Zucker verzichtet, sollte bedenken, dass es eine Kohlenhydrat-Zucker-Karenzgibt. Sie dauert 2-3 Tage bis der Heißhunger darauf nachlässt.

Eiweiß ist der Freund beim Abnehmen und der Sattmacher und bietet dem Heißhunger Gegenwind.

Eiweiß-Quellen

Nüsse, Samen, Pilze, Eier, Fisch und maßvoll Fleisch. Eine clevere Kombination aus präbiotischen Lebensmitteln mit Eiweiß und Zwiebeln, Knoblauch, Spargel oder Lauch bilden die guten Darmbakterien hungerdämpfende Hormone, die sättigen.


Darmpflege: Präbiotische Lebensmittel, die gesunde, schlankmachende Darmbakterien stärken, z.B. Leinsamen, Flohsamenschalen gemahlen, ballaststoffreiches Gemüse.


Bitterstoffe als Heißhunger Bremse als Spray ohne Alkohol! oder in Form von Lebensmitteln. Das sind zum Beispiel: Kaffee, Radicchio, Rauke, Löwenzahn oder Chicorée. Wer diese 3x1 täglich trinkt oder isst, verbessert Verdauung und Gallenfluss und stärkt das Darmmilieu. Die Zufuhr von Magnesium und Chrom kann ebenfalls den Heißhunger bezwingen.

Hunger erkennen: Welche Art von Hunger habe ich eigentlich? Sich immer wieder fragen, ist es "Magenhunger, Augenhunger, Nasenhunger, Herzenshunger oder hungert gar meine Seele. Wer einen Moment inne hält, kann spüren, ob der Heißhunger nicht auch Langeweile, Ärger oder Leere ist. Dadurch kann vielleicht der Moment der Schwäche überwunden werden. Aber Vorsicht: es sollte kein Kampf werden.

Teufelskreis: Je öfter und mehr man kohlenhydratdichte Nahrungsmittel isst, z. B. Kombination mit Zucker und Fett, umso stärker entwickelt sich auch die Neigung zu einem suchtähnlichen Essverhalten. Messungen im MRT im Bereich des Nucleus accumbens im Gehirn belegen eine erhöhte Aktivität. D.h. man ist kein willensloser Versager, wenn man zur Zuckerschnecke greift, sondern das Gehirn "dirigiert.

Literatur

Anne Fleck: Schlank! mit der Doc-Fleck-Methode
Becker-Joest-Volk, ISBN-13: 9783954531400,  ISBN-10: 3954531402


Gewicht im Griff
Der Ratgeber der Verbraucherzentralen hat 216 Seiten und kostet 19,90 Euro, als E-Book 15,99 Euro.
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Stand: 12.01.2018 08:04 Uhr

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