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Service: Krankmelden, aber richtig

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: Krank melden, aber richtig | Video verfügbar bis 17.10.2018

Krankmeldung

Erkrankte Arbeitnehmer müssen ihre Arbeitgeber unverzüglich, d.h.am ersten Tag möglichst vor Arbeitsbeginn, darüber informieren, dass sie krankheitsbedingt nicht am Arbeitsplatz erscheinen können. Ebenfalls muss mitgeteilt werden, wie lange die Erkrankung voraussichtlich dauern wird.
Die Krankmeldung kann telefonisch erfolgen.

Anschließend muss der Arbeitnehmer eine vom Arzt ausgestellte sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) beim Arbeitgeber einreichen.Die Bescheinigung muss spätestens am vierten Krankentag (nicht Arbeitstag) vorgelegt werden. Fällt der vierte Tag auf einen Sonntag oder Feiertag, verlängert sich die Abgabefrist auf den darauffolgenden Arbeitstag.

Der Arbeitgeber darf aber verlangen, dass bereits am ersten Tag ein Attest vorgelegt werden muss.Im Attest steht die Dauer der Krankschreibung, eine Diagnose jedoch nicht, d.h. der Arbeitgeber muss nicht den Grund der Erkrankung erfahren.

Dauert die Erkrankung länger als in der AU-Bescheinigung angegeben, muss eine weitere AU-Bescheinigung vorgelegt werden und der Arbeitgeber unverzüglich informiert werden.

Wer sich nicht ordnungsgemäß krank meldet, riskiert eine Abmahnung. Bei wiederholter Verletzung der Pflicht zur rechtzeitigen Krankmeldung droht eine Kündigung.

Gehalt wird weiterbezahlt

Kranke Arbeitnehmer bekommen weiterhin ihr Gehalt und zwar in voller Höhe. Das regelt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Das Gehalt wird für einen Zeitraum von sechs Wochen weiterbezahlt. Dauert die Arbeitsunfähigkeit über diesen Zeitraum hinaus, springt die gesetzliche Krankenkasse ein und leistet Krankengeld.

Kündigung wegen Krankheit

Kein Arbeitnehmer muss Angst haben, dass ihm gekündigt werden kann, wenn er wegen einer Erkältung, einer Magenverstimmung oder eines Armbruchs zu Hause bleibt.

Fällt ein Arbeitnehmer aber wegen Krankheit öfter aus, kann ein Arbeitgeber in besonderen Fällen eine krankheitsbedingte Kündigung aussprechen.

Ein solcher Extremfall liegt vor, wenn es dem Arbeitgeber unzumutbar ist, einen Arbeitnehmer wegen häufiger Erkrankungen weiter zu beschäftigen. Das gilt auch, wenn es bei einem Arbeitnehmer zu einer Langzeiterkrankung kommt und eine Rückkehr an den Arbeitsplatz nicht zu erwarten ist.

Krank im Urlaub

Wird der Arbeitnehmer im Urlaub krank, sollte er ebenfalls sofort seinen Arbeitgeber informieren und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen.

Eine Regelung im Bundesurlaubsgesetz (§ 9 BurlG) sieht vor, dass die durch ärztliches Attest nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden.

Stand: 17.10.2017 06:57 Uhr