SENDETERMIN Do, 10.08.17 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Mit dem Auto ins Ausland

mit Kay P. Rodegra, Rechtsanwalt

Service: Mit dem Auto ins Ausland | Video verfügbar bis 10.08.2018

Bußgeld aus dem Ausland: Wer im Ausland Verkehrsregeln missachtet, muss grundsätzlich dafür gerade stehen. Jeder Autofahrer sollte sich daher vor Beginn seiner Reise über die wichtigsten Verkehrsvorschriften im Reiseland informieren, z.B. bei Automobilclubs, Fremdenverkehrsämtern der Reiseländer oder auch in aktuellen Reiseführern.

Wer aus dem Ausland ein Knöllchen bekommt, sollte das ernst nehmen, denn Bußgeldbescheide aus EU-Ländern können auch in Deutschland vollstreckt werden, wenn die Strafe mindestens 70 Euro inklusive Verfahrenskosten beträgt.

Verkehrsverstöße im Ausland: Viele Verkehrsverstöße sind im Ausland erheblich teurer als in Deutschland! Beispiel: Wer sich in Deutschland nicht an der Bildung einer Rettungsgasse beteiligt, zahlt mindestens 20 Euro, in Österreich sind es über 700 Euro.

  • Handy am Steuer: Deutschland: 60 Euro, Schweiz: 90 Euro, Belgien: ab 110 Euro, Schweden: 160 Euro, Dänemark: 200 Euro, Niederlande: 230 Euro
  • Rote Ampel überfahren: Deutschland: ab 90 Euro, Frankreich: ab 135 Euro, Belgien: ab 165 Euro, Spanien: 200 Euro, Norwegen: 570 Euro
  • Nichtanlegen des Sicherheitsgurts: Deutschland: 30 Euro, Schweiz: 55 Euro, Luxemburg: 75 Euro, Italien: ab 80 Euro, Frankreich: ab 135 Euro, Dänemark: 200 Euro
  • 20 km/h zu schnell gefahren: Deutschland: ab 30 Euro, Spanien: ab 100 Euro, Dänemark: ab 135 Euro, Frankreich: ab 135 Euro, Schweiz: ab 165 Euro, Niederlande: ab 165 Euro

Alkohol am Steuer: In vielen Ländern gilt eine 0-Promille-Grenze, z.B. in Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn. In Polen, Schweden und Norwegen liegt die Grenze bei 0,2 Promille. Zudem gelten auch bei Alkoholverstößen oftmals höhere Strafen als in Deutschland.

Fahrverbot und Punkte: Vollstreckt werden in Deutschland Geldstrafen aus dem Ausland, nicht aber Fahrverbote. Für im Ausland begangene Verkehrsverstöße gibt es in Deutschland keine Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg.

Fahrzeugausstattung: Vor der Fahrt ins Ausland sollte überprüft werden, welche Vorschriften bezüglich der Mitnahmepflicht von Warnwesten oder auch eines Feuerlöschers im Fahrzeug gelten. Wer am Urlaubsort einen Wagen mietet, muss ebenfalls kontrollieren, ob die vorgeschriebenen Dinge im Fahrzeug sind. Warnwestenpflicht besteht z.B. in Belgien, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Portugal und Spanien.

Lichtpflicht: In zahlreichen Ländern gilt eine Lichtpflicht am Tag, z.B. in Bulgarien, Dänemark, Finnland, Island, Italien (außerhalb von Ortschaften und auf Autobahnen), Litauen, Norwegen, Polen, Schweden, Schweiz, Serbien und Tschechien.

Unfall im Ausland: Für Auslandsfahrten empfiehlt sich die Mitnahme eines europäischen Unfallberichts im Fahrzeug, da dieser in mehreren Sprachen abgefasst ist.

Kommt es zu einem Unfall, sollten sämtliche Daten des Unfallgegners notiert werden, ebenso das Autokennzeichen sowie Namen und Anschriften von Zeugen. Für die Schadensregulierung ist es wichtig, dass vor Ort eine Unfallskizze und Fotos von der Unfallstelle und den beteiligten Fahrzeugen angefertigt werden. Bei Personenschäden oder Streit mit dem Unfallgegner immer die Polizei rufen.

Wichtig: Niemals am Unfallort ein Schuldanerkenntnis unterschreiben!

Stand: 10.08.2017 06:48 Uhr