SENDETERMIN Do, 08.02.18 | 05:30 Uhr | Das Erste

Service: Recht auf Teilzeit

mit Hermann-Josef Tenhagen, Finanztip

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Service: Recht auf Teilzeit | Video verfügbar bis 07.02.2019 | Bild[1]: WDR

Grundsätzlich hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch darauf, seine im Arbeitsvertrag festgelegte Arbeitszeit zu verringern - und zwar nicht nur während oder nach der Elternzeit. Das gilt auch für Arbeitnehmer in leitenden Positionen. Auch Minijobber, befristet Beschäftigte oder Mitarbeiter, die bereits in Teilzeit arbeiten, können auf Antrag ihre Wochenstunden reduzieren. Während der Elternzeit gelten zudem besondere Regelungen aus dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz.

Voraussetzungen für den Teilzeitanspruch

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestehen und der Arbeitgeber mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen. Ist das der Fall, müssen Sie dem Chef nur mitteilen, dass Sie Ihre Arbeitszeit verringern möchten, wie viele Stunden Sie zukünftig arbeiten wollen und wie diese verteilt sein sollen. Das machen Sie am besten schriftlich mindestens drei Monaten vorher. Einen Grund müssen Sie nicht angeben. Wer schon einmal die Stunden reduziert hat, kann erst wieder nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, noch weniger zu arbeiten. Auch wenn der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen abgelehnt hat, kann der Arbeitnehmer erst zwei Jahre nach der Absage einen neuen Antrag stellen. Arbeitgeber können einen Teilzeitwunsch aber nicht einfach ablehnen, sie müssen betriebliche Gründe dafür darlegen, in der Elternzeit sogar dringende betriebliche Gründe.

Auswirkungen auf das Gehalt

Wer Teilzeit arbeitet, verdient weniger. Ein Rechenbeispiel: Wer bislang mit 40 Wochenstunden auf 3.000 Euro brutto kommt, verdient mit 30 Stunden genau 750 Euro weniger. Wegen der Steuerprogression werden aber netto (kinderloser Arbeitnehmer mit Steuerklasse IV) nur rund 380 Euro weniger ausgezahlt. Damit arbeiten Sie zwar 25 Prozent weniger, haben netto aber nur Einbußen von rund 20 Prozent. In bestimmten Konstellationen können Sie dadurch Ihren Netto-Stundenlohn erhöhen. Aber: Verdienen Sie weniger, zahlen Sie auch weniger in die gesetzliche Rente ein. Bevor Sie Ihre Arbeitszeit verringern, sollten Sie sich daher von der Rentenversicherung beraten lassen. Erkundigen Sie sich, welche Auswirkungen die Teilzeit auf Ihren Rentenanspruch hat.

Von Teilzeit zurück zur Vollzeit

Zurück in die Vollzeit ist für Teilzeitbeschäftigte nicht so einfach, denn es gibt keinen Rechtsanspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit. Wer wieder länger arbeiten will, kann das dem Arbeitgeber zwar anzeigen, dieser muss aber nicht zustimmen. Nur wenn eine freie Stelle zu besetzen ist, muss er den bisher in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiter bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigen.

ediglich nach der Elternzeit besteht ein Rechtsanspruch zu der Arbeitszeit zurückzukehren, die vor Beginn der Elternzeit vereinbart war. Das gibt es für Teilzeitbeschäftigte außerhalb der Elternzeit derzeit noch nicht. Die Weiterentwicklung des Teilzeitrechts ist Bestandteil der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. Geplant ist ein Anspruch auf befristete Teilzeit und eine verbesserte Rückkehrmöglichkeit in die Vollzeit.

Weitere Informationen

Online-Verbraucherratgeber Finanztip: Teilzeit

www.finanztip.de/teilzeitarbeit

Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Berechnen Sie wie sich Ihr Netto-Gehalt verändert, wenn Sie in Teilzeit arbeiten:

www.bmas.de/static/Teilzeit-Netto-Rechner/index.html

Stand: 07.02.2018 12:42 Uhr

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